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Dog Wellbeing Index 2026: Wo Deutschlands Hunde wirklich glücklich sind

Grünflächen und Wälder wie hier bieten Hunden ideale Bedingungen für ein artgerechtes und glückliches Leben – ein zentraler Faktor im Dog Wellbeing Index 2026. / Foto: freepik.com
Grünflächen und Wälder wie hier bieten Hunden ideale Bedingungen für ein artgerechtes und glückliches Leben – ein zentraler Faktor im Dog Wellbeing Index 2026. / Foto: freepik.com

Der Dog Wellbeing Index 2026 zeigt: Hannover führt, München hinkt hinterher. Welche Städte für Hunde ideal sind.

Ein neuer Index bewertet die Lebensqualität für Hunde in den 25 größten deutschen Städten. Das Ergebnis überrascht: Spitzenreiter Hannover lässt wirtschaftsstarke Metropolen wie München und Stuttgart weit hinter sich. Die wichtigsten Zahlen, Erkenntnisse und Hintergründe im Überblick.

Hunde sind für viele Menschen weit mehr als nur Haustiere – sie sind Familienmitglieder. Rund 10,6 Millionen Vierbeiner leben mittlerweile in deutschen Haushalten, so viele wie nie zuvor. Doch nicht jede Großstadt bietet die gleichen Voraussetzungen für ein glückliches Hundeleben. Der aktuelle „Dog Wellbeing Index 2026" von Coway Europe, einem Unternehmen für Luftfilter, hat die 25 größten deutschen Städte auf ihre Hundefreundlichkeit untersucht – mit teils überraschenden Ergebnissen.

Die Methodik: Sieben Faktoren auf einer Skala bis 70

Für den Index wurden sieben verschiedene Indikatoren herangezogen und auf einer Skala von 1 bis 10 bewertet: die Anzahl der Hunde pro Einwohner, der Anteil der Grünflächen, die Zahl der Tierärzte, die Verfügbarkeit von Hundepensionen, die Luftqualität (gemessen am PM2.5-Wert), Angebote für Hundepflege und die Anzahl der Hundeschulen. Die maximale Gesamtpunktzahl lag bei 70 Punkten.

Der Ansatz ist bewusst breit gefasst: Er kombiniert harte Infrastrukturfaktoren wie die tierärztliche Versorgung mit Umweltfaktoren und weichen Kriterien wie dem Angebot an Hundeschulen. Nur Städte, die in möglichst vielen Kategorien gut abschneiden, landen im oberen Bereich.

Hannover an der Spitze, München Schlusslicht

Mit 55,1 Punkten sichert sich Hannover den ersten Platz – mit deutlichem Abstand. Die niedersächsische Landeshauptstadt überzeugt durch die Maximalpunktzahl bei Hundeschulen und Pflegeangeboten, eine hohe Hundedichte pro Einwohner und sehr gute Luftqualität. Auf den Plätzen zwei und drei folgen Duisburg (39,4 Punkte) und Hamburg (39,3 Punkte).

Am anderen Ende der Skala stehen süddeutsche Metropolen: Nürnberg und München teilen sich mit jeweils 19,2 Punkten den letzten Platz, knapp hinter Mannheim (20 Punkte) und Stuttgart (20,1 Punkte). Vier der fünf hintersten Plätze gehen damit an Städte aus Bayern und Baden-Württemberg – ein überraschendes Ergebnis angesichts der hohen allgemeinen Lebensqualität, die diese Städte sonst bieten.

Luftqualität: Der unterschätzte Gamechanger

Besonders die Luftqualität erwies sich als entscheidender Faktor im Ranking. Städte mit hoher Feinstaubbelastung rutschten deutlich ab. So verzeichnete beispielsweise Bochum den schlechtesten Wert bei der Luftqualität (0,0 Punkte), was maßgeblich zur niedrigen Gesamtpunktzahl von 26,1 beitrug.

Für Hunde ist Luftqualität besonders wichtig: Weil sie mit ihrer Nase dichter am Boden laufen, wo sich Abgase und Feinstaub konzentrieren, atmen sie pro Kilogramm Körpergewicht mehr Schadstoffe ein als Menschen. Chronische Atemwegserkrankungen, Allergien und Herz-Kreislauf-Probleme sind die Folge – besonders bei kurznasigen Rassen wie Französischen Bulldoggen oder Möpsen, die aufgrund ihrer Anatomie ohnehin anfälliger sind. Auch Senioren-Hunde leiden überdurchschnittlich unter schlechter Luft.

Coway Europe kommentiert: „Die Daten zeigen deutlich, dass Luftqualität ein entscheidender Faktor für das Gesamtwohlbefinden ist. Städte mit schlechteren Luftbedingungen schneiden durchgehend schlechter ab – unabhängig von ihrer Infrastruktur."

Mittelgroße Städte überraschen

Eine der interessantesten Erkenntnisse des Index: Mittelgroße Städte schneiden oft besser ab als erwartet. Bielefeld landet auf Platz 4, Wuppertal auf Platz 7 – beide punkten mit einem hohen Anteil an Grünflächen und guter Luftqualität. Die Studie zeigt damit, dass nicht Größe oder Wirtschaftskraft einer Stadt über das Hundewohl entscheiden, sondern die konkrete Stadtplanung.

Hundehalter brauchen keine Millionenmetropole, um ihre Vierbeiner glücklich zu machen. Entscheidend sind wohnortnahe Grünflächen, eine verlässliche tierärztliche Versorgung und ausreichend Raum für Bewegung. Diese Kombination findet sich laut Index häufig in norddeutschen und nordrhein-westfälischen Städten, während süddeutsche Metropolen trotz hoher Lebensqualität bei Menschen für Hunde Nachholbedarf haben.

Grünflächen und Bewegungsfreiheit als Schlüsselfaktoren

Die Studie verdeutlicht, dass eine gute medizinische Infrastruktur allein nicht ausreicht. Hunde brauchen täglich Bewegung, soziale Kontakte zu Artgenossen und Erkundungsreize. Das lässt sich in asphaltdominierten Innenstädten nur schwer realisieren. Städte mit einem hohen Grünflächenanteil und leichten Zugang zu Parks oder Wäldern bieten hier einen klaren Vorteil.

Hinzu kommt die Frage der Leinenpflicht: In vielen deutschen Städten sind freie Auslaufflächen rar, und wo Parks existieren, gilt oft ganzjährige Leinenpflicht. Für bewegungsfreudige Rassen wie Labrador Retriever, Deutsche Schäferhunde oder Jagdhunde – allesamt unter den beliebtesten Rassen Deutschlands – kann das zum Problem werden.

Was die Spitzenreiter richtig machen

Die erfolgreichen Städte im Ranking haben eines gemeinsam: Sie verbinden Umweltqualität und Infrastruktur, statt nur auf einen Aspekt zu setzen. Hannover kombiniert den Stadtwald Eilenriede mit der renommierten Tierärztlichen Hochschule und einer lebendigen Hundecommunity. Hamburg profitiert von seinen Wasserflächen, Parks und einer dezentralen Infrastruktur. Duisburg punktet mit exzellenter tierärztlicher Versorgung und vielen Hundepensionen.

Coway Europe fasst die Erkenntnis zusammen: „Die besten Ergebnisse erzielen Städte, die Umweltqualität und Versorgungsangebote gleichermaßen entwickeln."

Fazit: Hundewohl wird zum Standortfaktor

Der Dog Wellbeing Index 2026 macht deutlich, dass Lebensqualität für Hunde zunehmend als Bestandteil moderner Stadtentwicklung verstanden werden muss. Angesichts von über 10 Millionen Hunden in Deutschland betrifft das nicht nur Tiere, sondern Millionen Haushalte – und wird damit auch zum Standortfaktor für Städte, die für junge Familien und Zuzügler attraktiv bleiben wollen.

Wer eine lebenswerte Umgebung für Menschen und ihre Haustiere schaffen möchte, muss neben Dienstleistungsangeboten vor allem auf ausreichend Natur und saubere Luft in den Ballungsräumen achten. Der Index liefert dafür eine klare Benchmark – und zeigt, dass in vielen deutschen Großstädten noch deutlich Luft nach oben ist.