Mit dem frühlingshaften Wetter startet in vielen Regionen zwischen Oberlausitz und Harz die Wandersaison. Mit Beginn der Hauptsaison zwischen April und Mai werden nach Angaben der Verbände vielerorts die Wanderwege überprüft und instand gesetzt.
Wege, Brücken und Treppen müssen repariert werden, Markierungen auf Bäumen oder Pfosten geprüft oder Wege auf umgestürzte Bäume kontrolliert werden. Das sind nur einige der wichtigen Aufgaben, die anfallen. Aber wer kümmert sich darum?
Wegewarte sorgen für Orientierung
Wanderregionen sind vielerorts auf ehrenamtliches Engagement angewiesen - etwa durch Wanderverbände oder sogenannte Wegewarte. Sie kümmern sich als ehrenamtliche Helfer um den Erhalt der Wanderwege. «Dieses Engagement verdient großen Dank und Anerkennung», so der Landestourismusverband Sachsen. Wegewarte zu gewinnen, auszubilden und langfristig zu halten, ist nach Angaben der Thüringer Tourismus GmbH herausfordernd.
Das Klima beeinflusst die Arbeit der Wegewarte
Starker Regen und Stürme können den Wegen zusetzen. Daher müssten sie ständig kontrolliert werden, so der Tourismusverband Sachsen-Anhalt. Aber auch die Sommermonate mit Hitze und Trockenheit sind nicht einfach. «Anhaltend hohe Temperaturen stellen sowohl für die Wegeinfrastruktur als auch für die Gesundheit der Wandernden eine Herausforderung dar», hieß es. Auf offenen Flächen fehle natürlicher Schatten. Insbesondere im Sommer seien Wanderer daher angehalten, sich vor der Sonne zu schützen und genügend zu trinken.
«Der Zustand der Wälder bleibt eine Herausforderung»
Wegen Klimaschäden und Schädlingen werden Wege teilweise gesperrt, teilte die Thüringer Tourismus GmbH mit. Auch der Verband in Sachsen berichtet, dass Strecken geschlossen werden, wenn der Zustand des Waldes dies erfordert. Ein anderes Problem, auf das Wegewarte stoßen: Durch das Baumsterben müssen viele Schilder statt an Bäumen an Pfosten befestigt werden - auch diese müssen unterhalten werden.
Pflege tausende Kilometer langer Wanderinfrastruktur
Sicherheit etwa in Hanglagen zu gewährleisten, ist besonders herausfordernd. Über mehr als 5.000 Kilometer Wanderwege verfügt Sachsen-Anhalt nach Angaben des dort ansässigen Landesverbands der Deutschen Gebirgs- und Wandervereine. In Thüringen können Wanderer rund 17.000 Kilometer Wege nutzen. Von rund 19.000 Kilometern markiertem Wegenetz spricht der Landestourismusverband in Sachsen.
Wie der Verband in Sachsen-Anhalt weist die Thüringer Tourismus GmbH auf hohe Kosten hin, die mit der Pflege der Wanderinfrastruktur einhergehen: «Die verfügbaren Fördermittel werden effizient eingesetzt und jährlich vollständig genutzt, stehen jedoch steigenden Kosten gegenüber». Der Verband in Sachsen-Anhalt berichtet von hohen Kosten, weil Menschen zum Beispiel Beschilderungen zerstören.
Das ganze Jahr über wird gewandert
Aber längst wird nicht nur in den warmen Monaten gewandert. Immer mehr Wanderfans sind das gesamte Jahr über in Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen unterwegs. Die Thüringer Tourismus GmbH begründet dies mit weniger schwankenden Temperaturen in den Saisons. Das liege auch an den schneeärmeren Wintern.
«Darauf stellen sich die Destinationen gezielt ein und entwickeln ihre Angebote, etwa im Bereich Winterwandern, entsprechend weiter», heißt es. Sachsen setzt besonders in der Sächsischen Schweiz auf Angebote zum winterlichen Wandern. Im Vogtland würden zudem häufig Wanderungen im Frühling organisiert. Zudem zieht es zahlreiche Menschen auf den Caspar-David-Friedrich-Weg in der Sächsischen Schweiz. Im vergangenen Jahr wurde der 15 Kilometer lange Rundweg zwischen Krippen und Schöna bei einer Publikumsabstimmung der Zeitschrift «Wandermagazin» zu «Deutschlands schönstem Wanderweg 2025» gekürt. Er setzte sich in der Kategorie Tagestouren durch.
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