Gegen die Verurteilung von Maja T. haben in ihrer Geburtsstadt Jena Hunderte Menschen demonstriert. Die Polizei schätzte die Teilnehmerzahl auf etwa 700, die Veranstalter sprachen von mehr als 1.000.
Einige Demonstranten zündeten Pyrotechnik und verstießen gegen das Vermummungsverbot, wie ein Sprecher der Polizei sagte. Insgesamt seien vier Straftaten erfasst worden, außerdem wurden mehrere Ordnungswidrigkeitenverfahren eingeleitet, bilanzierte die Polizei nach Ende der Demonstration.
Die deutsche non-binäre Person Maja T. war am Mittwoch in Ungarns Hauptstadt Budapest zu acht Jahren Gefängnis verurteilt worden. T. werden Gewaltakte gegen mutmaßliche Rechtsextremisten vorgeworfen. Das erstinstanzliche Urteil ist noch nicht rechtskräftig, Maja T. und die Staatsanwaltschaft kündigten Berufung an. Non-binäre Menschen ordnen sich nicht oder nur teilweise in die Kategorie Frau oder Mann ein.
Kritiker werfen in dem Fall Ungarns Justiz politische Einflussnahme vor. Zuvor hatte auch das Bundesverfassungsgericht die Auslieferung von Maja T. nach Ungarn als rechtswidrig eingestuft. Ungarns Ministerpräsident Viktor Orbán hatte eine harte Bestrafung gefordert.
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