Angesichts des verschlechterten Gesundheitszustands der in Ungarn inhaftierten non-binären Maja T. (24) fordert die SPD im Bundestag ein Einschreiten von Außenminister Johann Wadephul (CDU). «Herr Wadephul muss Maja T. zurück nach Hause holen», sagte der queerpolitische Sprecher der SPD-Fraktion, Falko Droßmann, der «Tageszeitung» («taz»/Freitag). Ein Solidaritätskomitee und der Vater teilten mit, Maja T. – seit rund vier Wochen im Hungerstreik – habe bereits 14 Kilogramm verloren.
Dauerhafte Organschäden drohen
Laut Familie hat sich der Gesundheitszustand von Maja T. zuletzt deutlich verschlechtert, dauerhafte Organschäden drohten. Ungarische Ärzte hätten zuletzt eine Zwangsernährung von Maja T. angedroht – auch wenn T. dies in einer Patientenverfügung ablehne.
Wegen stark gesunkener Herzfrequenz sollen die Ärzte zudem die Implantation eines Herzschrittmachers erwägen. Alternativ könnte Maja T. in ein Zivilkrankenhaus verlegt werden. Anders als in der Haftklinik wäre dort eine durchgehende EKG-Überwachung möglich - T. wäre laut Familie aber rund um die Uhr an ein Bett gefesselt. Der Vater von Maja T., Wolfram Jarosch, lehnt beide Schritte ab.
«Gegen Majas Willen darf in keinem Fall ein Herzschrittmacher eingesetzt werden. Dies würde auch medizinisch nicht helfen, da die niedrige Herzfrequenz eine direkte Folge des Hungerstreiks ist», erklärte Jarosch. Maja T. ans Bett zu fesseln, wäre «grausam und medizinisch nicht erforderlich». Das Auswärtige Amt müsse ein Ende der Isolationshaft und eine Rückführung erreichen. Maja wolle den Hungerstreik wohl fortsetzen. Bereits Grünen- und Linken-Politiker hatten eine Rücküberstellung nach Deutschland verlangt.