Nach einem versuchten Brandanschlag auf eine Asylbewerberunterkunft im vergangenen Jahr hat die Bundesanwaltschaft zwei mutmaßliche Unterstützer der rechtsextremen Terrorgruppe «Letzte Verteidigungswelle» festnehmen lassen. Die Karlsruher Behörde wirft den Deutschen im Alter von 16 und 17 Jahren außerdem versuchten Mord, versuchte Brandstiftung mit Todesfolge und versuchte schwere Brandstiftung in Mittäterschaft vor. Sie wurden in Thüringen gefasst, wie es in einer Mitteilung heißt. Beide sitzen in Untersuchungshaft.
Gewalttaten gegen Migranten und politische Gegner
Die «Letzte Verteidigungswelle» steht schon länger im Visier der Bundesanwaltschaft. Im Mai 2025 hatten Deutschlands oberste Strafverfolger zunächst fünf mutmaßliche Anhänger der Gruppe festgenommen, die damals zwischen 14 und 21 Jahre alt waren. Drei weitere Verdächtige saßen zu dem Zeitpunkt schon in Untersuchungshaft. Alle acht stehen mittlerweile am Oberlandesgericht in Hamburg vor Gericht. Mitte März war die Bundesanwaltschaft dann erneut mit einer bundesweiten Razzia gegen die Gruppe vorgegangen.
Die «Letzte Verteidigungswelle» versteht sich laut Bundesanwaltschaft als letzte Instanz zur Verteidigung der «Deutschen Nation». Ihr Ziel sei es gewesen, durch Gewalttaten vor allem gegen Migranten und politische Gegner einen Zusammenbruch des demokratischen Systems der Bundesrepublik herbeizuführen. Dazu zählten insbesondere Brand- und Sprengstoffanschläge auf Asylbewerberheime und linke Einrichtungen.
Die Mitglieder planten, «einen Rassenkrieg auszulösen, bei dem zum Erhalt der "weißen Rasse" eine Gewaltspirale von Reaktion und Gegenreaktion in Gang gesetzt werden sollte, um im Ergebnis die liberale Demokratie zu beseitigen», heißt es in einem Beschluss des Bundesgerichtshofs vom Juli 2025. In sozialen Medien sollen sie rassistische und antisemitische Nachrichten gepostet und das «Dritte Reich» und den Nationalsozialismus glorifiziert haben.
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