Sein Großvater überstand zwölf Jahre Folter und Zwangsarbeit im NS-Terrorregime: Für den Entertainer Hape Kerkeling ist die heutige KZ-Gedenkstätte Buchenwald kein abstrakter Erinnerungsort, sondern Teil der Familiengeschichte. «Hier in Buchenwald wurde er gefoltert, gedemütigt und wurde Zeuge unzähliger Morde. Dass er diesen Wahnsinn überlebt hat, ist ein Wunder», sagte Kerkeling in einer Rede an der Gedenkstätte Buchenwald zum Gedenken an die Befreiung des Konzentrationslagers vor 81 Jahren.
Kerkelings Opa verteilte Flugblätter gegen Hitler
Kerkelings Großvater Hermann war politischer Häftling in Buchenwald. In dem Konzentrationslager nahe der Stadt Weimar hielten die Nationalsozialisten zwischen 1937 und 1945 mehr als eine Viertel Million Menschen gefangen. Etwa 56.000 von ihnen starben während der Haft an den katastrophalen Bedingungen im Lager oder wurden von der SS getötet. Am 11. April 1945 hatten US-Truppen das Lager erreicht. Am 8. Mai 1945 ging der Zweite Weltkrieg in Europa mit der bedingungslosen Kapitulation der deutschen Wehrmacht zu Ende.
Hape Kerkeling sagte über seinen Großvater, dieser sei kein Mann der großen Worte, aber ein Mann der Tat gewesen - ein Zimmermann aus Recklinghausen (Nordrhein-Westfalen). «Er war ein Mensch, der schlichtweg nicht bereit war wegzusehen, als die Dunkelheit über Deutschland hereinbrach.» Hermann Kerkeling habe kurz nach der Machtergreifung der Nationalsozialisten 1933 Flugblätter gegen Adolf Hitler verteilt. «Er hat nicht geschossen, er hat nicht sabotiert – er hat lediglich die Wahrheit geschrieben, gedruckt und verteilt. Das kostete ihn zwölf Jahre seines Lebens. Zwölf Jahre!», sagte Hape Kerkeling bei der Gedenkveranstaltung.