130 Jahre nach der Einweihung des monumentalen Kyffhäuser-Denkmals mit dem Reiterstandbild von Kaiser Wilhelm I. nimmt das neue Besucherzentrum an dem Ausflugsziel Konturen an. Am Dienstag wurde Richtfest für das Bauwerk nahe der Landesgrenze von Thüringen und Sachsen-Anhalt gefeiert.
Im Herbst, am 3. Oktober, soll es nach Angaben der Kyffhäuser-Stiftung eingeweiht werden. Das 81 Meter hohe Kyffhäuser-Denkmal mit seinen 306 Treppenstufen gehört zu den bekanntesten Denkmälern in Deutschland.
Land und Stiftung als Betreiberin investieren rund 9,5 Millionen Euro in das Eingangsbauwerk, das neben dem Ticketverkauf eine multimediale Ausstellung, ein Bistro und Räume für Filmvorführungen und Veranstaltungen beherbergen soll.
Barbarossa-Sage und Kaiserverehrung
Das unweit der Bundesstraße 85 zwischen Bad Frankenhausen (Thüringen) und Kelbra (Sachsen-Anhalt) gelegene Bauwerk wurde von 1892 bis 1896 nach Plänen des Architekten Bruno Schmitz errichtet, der auch die Vorlagen für das Kaiser-Wilhelm-Denkmal an der Porta Westfalica, das Deutsche Eck in Koblenz und das Völkerschlachtdenkmal in Leipzig lieferte. Zum Kyffhäuser-Denkmal gehört eine Plastik des schlafenden mittelalterlichen Stauferkaisers Kaisers Friedrich I., um den sich die Barbarossa-Sage rankt.
Der erste Spatenstich für das Besucherzentrum war vor zwei Jahren gesetzt worden, die Inbetriebnahme war ursprünglich für dieses Frühjahr geplant – Wochen vor dem 130. Jahrestag der Denkmaleinweihung am 18. Juni. Der relativ strenge Winter und Besonderheiten bei der Statik der Holzkonstruktion hätten zu Verzögerungen geführt, sagte Sven Tschapeller von der Liegenschaftsverwaltung des Kyffhäuserkreises auf Anfrage.
Das Denkmal thront auf dem Gelände der rund 900 Jahre alten Reichsburg Kyffhausen. Die romanische Burg wurde erstmals im Jahr 1118 schriftlich erwähnt. Sie ist laut Stiftung vermutlich wesentlich älter, da diese Überlieferung von der Zerstörung der Befestigungsanlage berichtet. Denkmal und Burgreste sind den Angaben zufolge jährlich Ausflugsziel für mehr als 100.000 Menschen.
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