Jens Kaufmann wohnt schon sein Leben lang in Judenbach. In dem 200-Seelen-Dorf, einem Ortsteil der Gemeinde Föritztal im äußersten Süden Thüringens, war die Situation wie in vielen ländlichen Kommunen: Die meisten Nahversorger hatten dichtgemacht. Der nächste Supermarkt und die nächste Tankstelle liegen im benachbarten Sonneberg, für viele ältere Menschen schwierig zu erreichen. Der Unternehmer hat das kurzerhand geändert und eröffnete 2023 einen Dorfladen. Doch erst die Erweiterung der Öffnungszeiten auf 24 Stunden und das Angebot eines Lieferdienstes hätten den Betrieb wirtschaftlich gemacht.
«Wir können nicht in direkter Konkurrenz zu einem Supermarkt treten, aus einem einfachen Grund: Wir sind viel zu teuer», so der 41-Jährige. Stattdessen fülle sein Dorfladen eine Lücke im ländlichen Raum. Sein Laden sei einer von zwei Nahversorgern in den 19 Ortsteilen der Gemeinde. Geht das Verkaufspersonal in den Feierabend, erhalten die Kunden vollautomatisch Zutritt über eine Kundenkarte.