Nach Einschätzung des Dresdner Politikwissenschaftlers Hans Vorländer ist die AfD von Parteirechtsaußen Björn Höcke bei den Kommunalwahlen in Thüringen unter ihren selbst gesteckten Zielen geblieben. «Nach jetzigem Stand kann man der AfD keinen Durchmarsch attestieren. Die schlimmsten Befürchtungen sind nicht eingetreten», sagte Vorländer der Deutschen Presse-Agentur am Montag in Erfurt. Das gelte vor allem für die Eroberung von Landratsämtern oder Rathäusern in den großen Städten. Dort kam die Partei zwar vielfach in die Stichwahlen, hat nach Meinung von Vorländer aber bei der Entscheidung in zwei Wochen nicht die besten Chancen, diese auch zu gewinnen. Die Erfahrungen in den vergangenen Monaten hätten gezeigt, dass in den Stichwahlen die demokratischen Kandidaten in der Regel mehr Unterstützung bekämen als die AfD-Bewerber.
Vorländer, Direktor des Zentrums für Verfassungs- und Demokratieforschung, sprach von einem Dämpfer für die AfD, dessen Auswirkung auf ihre Position bei der Thüringer Landtagswahl im September aber derzeit noch nicht klar sei. Bei der Landtagswahl gehe es vor allem um einen Dreikampf zwischen Ministerpräsident Bodo Ramelow (Linke) sowie den Spitzenkandidaten von CDU und AfD, Mario Voigt und Björn Höcke.