Fünf Jahre nach Einführung der Wahlfreiheit zwischen gesetzlicher und privater Krankenversicherung für Thüringer Beamte bevorzugen die meisten Staatsdiener weiterhin das Privatmodell. Das geht aus dem Umfang von Beihilfezahlungen hervor, die das Land für die Gesundheitsversorgung von Beamten zahlt. Zuschüsse zu den Behandlungskosten im Krankheitsfall seien an rund 38.400 privat krankenversicherte Beamte und Ruheständler gezahlt worden, teilte das Finanzministerium auf Anfrage der Deutschen Presse-Agentur mit. Eine sogenannte pauschale Beihilfe, die für die gesetzliche Krankenversicherung genutzt werden kann, erhielten rund 2.000 Beamte und Pensionäre.
Vorteile für bestimmte Gruppen
Der Thüringer Beamtenbund (TBB) sieht vor allem Vorteile für Beamte mit bestehenden gesundheitlichen Handicaps, die bei privaten Versicherern in der Regel Risikozuschläge zahlen müssen – was ihre Krankenversicherung verteuert. Die pauschale Beihilfe sei für sie oft «die einzige wirtschaftlich sinnvolle Option», erklärte die stellvertretende TBB-Vorsitzende Nicole Siebert.
Dass die meisten Beamten weiterhin der privaten Krankenversicherung die Treue halten, hängt für Siebert nicht allein mit jahrzehntelangen Gewohnheiten zusammen – sondern vor allem damit, dass eine Entscheidung für eine gesetzliche Krankenkasse unwiderruflich sei. «Diese Unumkehrbarkeit führt bei vielen zu Zurückhaltung.» Dennoch sei es wichtig, die Wahlfreiheit zwischen gesetzlicher und privater Krankenversicherung für Beamte beizubehalten. Dies erhöhe die Attraktivität des öffentlichen Dienstes.
Für die Gesundheitskosten seiner Beamten und Ruheständler muss Thüringen jährlich viele Millionen Euro aufbringen. Im Jahr 2025 summierten sich die Beihilfekosten auf mehr als 176 Millionen Euro.
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