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Die meisten Beamten bleiben bei privater Krankenversicherung

Für die Gesundheitskosten seiner Beamten und Ruheständler muss Thüringen jährlich viele Millionen Euro aufbringen (Symbolbild)- / Foto: Karl-Josef Hildenbrand/dpa
Für die Gesundheitskosten seiner Beamten und Ruheständler muss Thüringen jährlich viele Millionen Euro aufbringen (Symbolbild)- / Foto: Karl-Josef Hildenbrand/dpa

Beamte in die gesetzliche Krankenversicherung zu holen, ist angesichts der Kassenfinanznöte derzeit ein kontrovers diskutiertes Thema. Thüringen kann hier eigene Erfahrungen beisteuern.

Fünf Jahre nach Einführung der Wahlfreiheit zwischen gesetzlicher und privater Krankenversicherung für Thüringer Beamte bevorzugen die meisten Staatsdiener weiterhin das Privatmodell. Das geht aus dem Umfang von Beihilfezahlungen hervor, die das Land für die Gesundheitsversorgung von Beamten zahlt. Zuschüsse zu den Behandlungskosten im Krankheitsfall seien an rund 38.400 privat krankenversicherte Beamte und Ruheständler gezahlt worden, teilte das Finanzministerium auf Anfrage der Deutschen Presse-Agentur mit. Eine sogenannte pauschale Beihilfe, die für die gesetzliche Krankenversicherung genutzt werden kann, erhielten rund 2.000 Beamte und Pensionäre.

Land trägt Hälfte des Kassenbeitrags

Die pauschale Beihilfe gibt es in Thüringen seit 2020. Das Land übernimmt dabei wie bei Angestellten die Hälfte des Kassenbeitrags als Arbeitgeberanteil. Normalerweise sind Beamte privat krankenversichert, tragen ihre Versicherungsbeiträge selbst, das Land beteiligt sich nur im Krankheitsfall an den Behandlungskosten. Beamte, die vor Einführung der Wahlmöglichkeit gesetzlich versichert waren, mussten den Beitrag komplett selbst übernehmen, also auch den Arbeitgeberanteil. «Diese Gerechtigkeitslücke in der Absicherung der Krankenvorsorge wurde mit der pauschalen Beihilfe geschlossen», hieß es von einem Ministeriumssprecher.

Obwohl sich nur ein relativ geringer Teil der Beamten und Pensionäre für eine gesetzliche Krankenkasse entscheidet, bewertet das Ministerium das Modell als positiv. Die Wahlfreiheit der Beamten zwischen einer gesetzlichen oder einer privaten Krankenversicherung sei deutlich verbessert worden. Der Zuspruch insbesondere auch von neuen Beamten nehme zu.

Vorteile für bestimmte Gruppen

Der Thüringer Beamtenbund (TBB) sieht vor allem Vorteile für Beamte mit bestehenden gesundheitlichen Handicaps, die bei privaten Versicherern in der Regel Risikozuschläge zahlen müssen – was ihre Krankenversicherung verteuert. Die pauschale Beihilfe sei für sie oft «die einzige wirtschaftlich sinnvolle Option», erklärte die stellvertretende TBB-Vorsitzende Nicole Siebert.

Dass die meisten Beamten weiterhin der privaten Krankenversicherung die Treue halten, hängt für Siebert nicht allein mit jahrzehntelangen Gewohnheiten zusammen – sondern vor allem damit, dass eine Entscheidung für eine gesetzliche Krankenkasse unwiderruflich sei. «Diese Unumkehrbarkeit führt bei vielen zu Zurückhaltung.» Dennoch sei es wichtig, die Wahlfreiheit zwischen gesetzlicher und privater Krankenversicherung für Beamte beizubehalten. Dies erhöhe die Attraktivität des öffentlichen Dienstes.

Für die Gesundheitskosten seiner Beamten und Ruheständler muss Thüringen jährlich viele Millionen Euro aufbringen. Im Jahr 2025 summierten sich die Beihilfekosten auf mehr als 176 Millionen Euro.

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