Vor der Wahl des neuen AfD-Bundesvorstands in drei Wochen hat der Thüringer AfD-Chef Björn Höcke seinem Anspruch auf Einfluss in der Bundesparteiführung Ausdruck verliehen. Hintergrund ist die Kandidatur seines Vertrauten und Co-AfD-Landessprechers Stefan Möller als stellvertretender Bundessprecher. «Ich weiß, wenn Stefan Möller im Bundesvorstand ist, dann habe ich jemanden, mit dem ich im engsten Austausch bin, ich bin angeschlossen, ohne selbst die Arbeit machen zu müssen. Und ich kann mich hier weiter konzentrieren auf den Thüringer Weg», sagte Höcke der Deutschen Presse-Agentur.
Thüringer Linie durchsetzen
Möller bildet mit Höcke seit 2014 ein Führungsduo im Thüringer AfD-Landesverband, inzwischen ist er auch Bundestagsabgeordneter. «Er will – und das ist für uns sehr wichtig - die Thüringer Linie im Bundesvorstand durchsetzen», sagte Höcke. Dazu gehörten etwa Treue gegenüber den Grundsätzen der AfD und Korrekturen «im Kampf gegen den Verfassungsschutz».
Zum Umgang mit dem Inlandsgeheimdienst sagte Höcke «Es geht uns darum, wirklich klare Kante zu zeigen und sich nicht in die Defensive drängen zu lassen.» Es brauche einen Inlandsgeheimdienst, der politisch neutral sei, der sich um gewalttätigen Extremismus kümmere und um Wirtschaftsspionage. Wenn die AfD in Regierungsverantwortung komme, werde sie den Verfassungsschutz grundsätzlich reformieren, sagte Höcke.
An der Spitze der Bundes-AfD gelten die beiden bisherigen Vorsitzenden Alice Weidel und Tino Chrupalla als gesetzt. Bislang sitzt für die Thüringer AfD der Bundestagsabgeordnete Stephan Brandner als stellvertretender Bundessprecher im Vorstand. Höcke sagte, Brandner sei nicht verärgert, er sei vielmehr zufrieden mit dem, was er in Berlin erreicht habe. Nicht ausgeschlossen sei, dass er als Beisitzer kandidiere.