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Land soll von Militärtechnik-Projekten profitieren

Thüringens Wirtschaftsministerin Colette Boos-John sieht in der Produktion von Militärtechnik Chancen. (Archivbild) / Foto: Patrick Pleul/dpa
Thüringens Wirtschaftsministerin Colette Boos-John sieht in der Produktion von Militärtechnik Chancen. (Archivbild) / Foto: Patrick Pleul/dpa

Einige Wirtschaftsbereiche wie die Automobilindustrie schwächeln in Thüringen. Es wird nach Alternativen gesucht: Sie könnten in Verteidigungstechnik liegen, sagt Thüringens Wirtschaftsministerin.

Europaweit geplante Milliardeninvestitionen in Sicherheit und Verteidigung bieten nach Ansicht von Wirtschaftsministerin Colette Boos-John Chancen für die Thüringer Wirtschaft. «Wir wollen, dass unsere Unternehmen von dieser Entwicklung profitieren und Aufträge, Arbeitsplätze und neue Wertschöpfung im Freistaat entstehen», erkläre die CDU-Politikerin bei einem Forum zu Sicherheits- und Verteidigungstechnologien in Erfurt. 

Thüringens Wirtschaft verfüge über Kompetenzen in Bereichen wie Optik, Sensorik, Elektronik, Maschinenbau und Softwareentwicklung, die in diesem Markt stark nachgefragt seien. Die Werbung um Produktionsstätten von Rüstungsunternehmen ist in Thüringen nicht unumstritten. Vor allem die Landtagsfraktion der Linken sieht die Entwicklung kritisch. 

Ministerin: Wettbewerb der Bundesländer 

Andere Bundesländer würden sich bereits offensiv als Standorte für die wachsende Sicherheits- und Verteidigungswirtschaft anbieten, erklärte Boos-John. «Thüringen darf bei diesem Wettbewerb nicht am Rand stehen.» Der Freistaat könnte sich auf diesem Gebiet als «leistungsfähigen Zuliefer-, Forschungs- und Produktionsstandort etablieren». 

An dem Forum auf der Erfurter Messe beteiligten sich nach Ministeriumsangaben etwa 300 Unternehmen, Forschungseinrichtungen, Verbänden, Kammern, Bundeswehr und öffentlichen Institutionen. Erstmals habe sich das neu gegründete Thüringer «Defense-Netzwerk» vorgestellt. Es will Kooperation zwischen Mittelstand, Start-ups, Forschungseinrichtungen und potenziellen Auftraggebern unterstützten. 

Erste Unternehmen in Thüringen sind bereits in diesem Bereich aktiv. Beispielsweise baut der bayerische Drohnen- und Softwarehersteller Quantum Systems (Gilching) nach der Übernahme der Jenaer Spleenlab GmbH seinen Standort in Thüringen aus. Quantum ist auf die Entwicklung und Produktion von zivilen und militärischen Überwachungsdrohnen sowie anderen autonom agierenden Systemen spezialisiert. Das 2018 in Saalburg-Ebersdorf gegründete Startup Spleenlab liefert dafür die auf Künstlicher Intelligenz (KI) basierende Software.

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