Hessen will den Naturschutz am «Grünen Band» entlang der früheren innerdeutschen Grenze lockern. «Die Landesregierung setzt auf Kooperation und Freiwilligkeit statt Vorgaben und Ordnungspolitik», erklärte Landwirtschaftsminister Ingmar Jung (CDU) im Landtag zur Vorstellung eines Gesetzes zu Vorgaben für den hessisch-thüringischen Grenzstreifen. Privates Eigentum solle keinen unnötigen gesetzlichen Einschränkungen unterliegen, sagte Jung. Erinnerungskultur und Naturschutz funktioniere nur dann, wenn die Menschen vor Ort mitgenommen würden.
Die Grünen-Abgeordnete Vanessa Gronemann kritisierte, mit dem Gesetzentwurf der Landesregierung bleibe von dem zusammenhängenden Schutzraum nur noch ein Flickenteppich aus rund der Hälfte der ursprünglichen Fläche. «Das Ziel, ein durchgehendes Biotopverbundsystem für gefährdete Arten wie beispielsweise die Wildkatze zu schaffen, wird damit aufgegeben.» Eine Schutzzone, die bewirtschaftet werden dürfe, verdiene ihren Namen nicht.
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