Der Soziologe und Extremismusforscher Matthias Quent sieht in den Ergebnissen bei der Europa- und den Kommunalwahlen im Osten einen Fingerzeig für die anstehenden Landtagswahlen. Es sei von ähnlichen Ergebnissen bei den Abstimmungen im September in Sachsen, Thüringen und Brandenburg auszugehen, sagte Quent der Deutschen Presse-Agentur in Magdeburg. «Aber das bedeutet nicht, dass es nicht noch Handlungsspielräume gibt.»
Die Mobilisierung anderer Parteien in Thüringen habe beispielsweise dazu geführt, dass sich die AfD dort bei den Landratswahlen nicht durchsetzen konnte. «Es gibt jetzt keinen Grund für Ohnmacht.» Bei den Landtagswahlen werde auch der Amtsinhaberbonus eine Rolle spielen.
Die AfD habe dennoch viele «Geländegewinne» im Osten erzielt und ihre kommunale Verankerung gestärkt, so Quent. Wenn die AfD stärkste Fraktion sei, könne man noch weniger an ihr vorbei Politik betreiben. «Das ist ja auch die Strategie, sich über die kommunalen Parlamente so zu normalisieren, dass dann in nächster Instanz auf der Länderebene eben auch eine Zusammenarbeit in greifbarere Nähe rückt.» Insgesamt sei dies «ein großer Schritt nach rechts für die Kommunen». Die AfD hat im Osten nicht nur bei der Europawahl gewonnen, sondern lag auch in vielen Kommunen auf Platz eins.