Unionsfraktionschef Thorsten Frei beharrt auf Abschaffung der abschlagsfreien Frührente nach 45 Beitragsjahren, sieht aber auch die Notwendigkeit einer sozialen Abfederung. «Eine Härtefallregelung bei der Abschaffung der "Rente mit 63" ist in jedem Fall angezeigt», sagte der CDU-Politiker der Funke Mediengruppe. «Und auch über eine Übergangsregelung wird man reden.»
Beides ist im Konzept der von der Bundesregierung eingesetzten Alterssicherungskommission bereits vorgesehen. Die Experten schlagen eine Härtefallregelung für Versicherte vor, die aus gesundheitlichen Gründen nicht bis zur Regelaltersgrenze arbeiten können. Außerdem verweisen sie darauf, dass es Vertrauensschutz für Menschen geben muss, die kurz vor dem Ruhestand stehen. Konkrete Vorschläge zwar machen sie nicht, plädieren aber für ein Ende der abschlagsfreien Frührente «zum frühestmöglichen Zeitpunkt».
Die Abschaffung der Frührente ohne Abschläge nach 45 Beitragsjahren - aktuell mit 64,5 Jahren möglich, landläufig aber weiterhin als «Rente mit 63» bezeichnet - ist einer der Kernpunkte der geplanten Rentenreform. Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) und Arbeitsministerin Bärbel Bas (SPD) hatten sich im Juli dafür ausgesprochen, das Konzept als Ganzes umzusetzen. Vor allem gegen das Aus für die «Rente mit 63» gibt es aber erhebliche Widerstände.