Nach Äußerungen von Thüringens AfD-Chef Björn Höcke über Ost- und Westdeutsche kommt Kritik von der CDU, aber auch aus den eigenen Reihen. «Höcke ist selbst Westdeutscher. Mit seiner These spricht er sich selbst das Deutschsein ab», sagte Thüringens CDU-Generalsekretär und Landtagsabgeordneter Niklas Waßmann. Hintergrund ist ein Interview Höckes mit der Schweizer «Weltwoche» und Herausgeber Roger Köppel.
Dort hatte der AfD-Politiker als wichtige Ursache für gesellschaftliche Polarisierung und Ost-West-Unterschiede gesagt: «Im Osten sind die Menschen noch Deutsche, im Westen haben sie über Jahrzehnte eine Ersatzidentität gefunden und haben sich von der amerikanischen Kultur völlig usurpieren lassen». Usurpieren bedeutet, etwas zu verdrängen und seinen Platz einzunehmen.
Höcke, selbst in Nordrhein-Westfalen geboren und in Rheinland-Pfalz aufgewachsen, zitierte außerdem einen Satz, den er «irgendwo gelesen» habe, der gut reinpasse: «In der westlichen Republik gibt es deutsch sprechende Amerikaner oder wohnen deutsch sprechende Amerikaner und im Osten der Republik wohnen deutsch sprechende Deutsche.» Der Amerikanismus sei eine Antithese zum Deutschtum, sagte er auch.