Für den Zusammenhalt der Gesellschaft im Freistaat will Ministerpräsident Mario Voigt auf eine gemeinsame Thüringer Identität setzen. «Wir setzen auf ein gemeinsames, positives Wir-Gefühl und ein Bekenntnis zu unserer Heimat», sagte der CDU-Politiker in einer Regierungserklärung zum Thüringen-Monitor im Parlament. Thüringen müsse beides zulassen: Verwurzelung und Veränderung. Es gehe darum, einen Dreh zu finden, damit die Gesellschaft zusammenfinde.
Voigt bezeichnete es als Alarmsignal, dass zwar 88 Prozent der Menschen Demokratie-Unterstützer seien, sich aber nur 43 Prozent zufrieden mit der Umsetzung der Demokratie zeigten. Dies sei eine Lücke zwischen Ideal und Wirklichkeit, die nicht ignoriert werden dürfe. «Unsere Demokratie lebt, aber sie ist nicht sorgenfrei», sagte Voigt.
BSW-Fraktionschef Frank Augsten sagte zu diesen Befunden, sie müssten aufrütteln. «Die Menschen haben das Gefühl, nicht gehört zu werden», analysierte er. Linke-Fraktionschef Christian Schafft regte an, in einem künftigen Thüringen-Monitor einen Fokus auf diese auseinandergehende Schere zwischen Demokratieunterstützung und Zufriedenheit mit der Umsetzung der Demokratie zu richten. Auch AfD-Fraktionschef Björn Höcke nannte die Diskrepanz einen alarmierenden Befund. SPD-Fraktionschef Lutz Liebscher warf Höcke vor, sich als Anwalt der Unzufriedenen zu gerieren. Dabei sei es die AfD, die die Demokratie verächtlich mache, vorführen und am Ende zerstören wolle.