Die AfD setzt ihre Sieges-Serie in Thüringen fort und erobert Platz eins bei der Bundestagswahl im Freistaat mit 38,6 Prozent der Stimmen. Für die Menschen in Thüringen war es die vierte Wahl in zwölf Monaten, die Wahlbeteiligung war mit 80,7 Prozent dennoch so hoch wie nie. Nach einem Turbo-Wahlkampf rangieren die Parteien zwischen Jubel, Demut und Ernüchterung. Erkenntnisse aus der Wahl:
Die AfD baut ihre Dominanz aus
Die Partei von Rechtsaußen Björn Höcke läuft doppelt so stark ins Ziel ein wie die CDU von Ministerpräsident Mario Voigt, die auf 18,6 Prozent kommt. Der Chef-Christdemokrat im Freistaat spricht von einem «Weckruf», sieht die Verantwortung für das Ergebnis aber auch bei der gescheiterten Ampel-Regierung in Berlin.
Auf Bundesebene machte die Union das Rennen, doch die AfD wird deutlich stärker im neuen Bundestag vertreten sein. «Diese Bundestagswahl war eine "Gegen-Wahl", sagt der Erfurter Politikwissenschaftler André Brodocz.
Vielen Wählerinnen und Wählern sei es mehr darum gegangen, eine alte Regierung abzuwählen, statt eine neue ins Amt zu wählen. Zudem hätten sich viele auch gegen konkrete Politikerinnen und Politiker entschieden. «Insgesamt war die Zufriedenheit mit dem Spitzenpersonal diesmal sehr niedrig.»