Von «Rassenkrieg» ist die Rede, es soll einen «Propagandaminister» gegeben haben, ein 13-Jähriger wurde mutmaßlich Leiter der «Gestapo»: Nach der aufsehenerregenden Festnahme einer jungen Gruppe mutmaßlicher Rechtsterroristen macht ein Dokument des Bundesgerichtshofs (BGH) deutlich, wie eng sich die teils jugendlichen Beschuldigten an den Nationalsozialisten orientiert haben sollen.
Mutmaßliche rechte Terrorzelle
Die Bundesanwaltschaft hatte im Mai in Hessen, Mecklenburg-Vorpommern und Brandenburg fünf Menschen im Alter von 14 bis 18 Jahren festnehmen lassen. Die Behörde wirft ihnen Mitgliedschaft – und in einem Fall Unterstützung – einer rechtsextremistischen terroristischen Vereinigung vor. Zudem geht es unter anderem um versuchten Mord und versuchte Brandstiftung mit Todesfolge. Die Polizei durchsuchte ebenfalls in Sachsen und Thüringen Objekte.
Bei den Ermittlungen geht es um eine mutmaßlich rechtsextremistische terroristische Vereinigung namens «Letzte Verteidigungswelle». Die Gruppe sehe sich als letzte Instanz zur Verteidigung der «Deutschen Nation», hatte die Bundesanwaltschaft in Karlsruhe mitgeteilt. Mit Anschlägen auf Asylunterkünfte und linke Einrichtungen habe sie das demokratische System der Bundesrepublik zum Zusammenbruch bringen wollen.