Am Ende scheitern alle: Etwa eineinhalb Stunden diskutieren die Abgeordneten im Thüringer Landtag über mögliche Lehren aus der geplanten Schließung des Zalando-Logistikzentrums in Erfurt, doch ihre Anträge verfehlen alle eine nötige Mehrheit. Die Abstimmung zeigt erneut, wie schwierig die Mehrheitsverhältnisse im Thüringer Landtag sein können. Zwischen der Opposition und den regierungstragenden Fraktionen von CDU, BSW und SPD besteht ein Patt.
Drei Anträge, keine Mehrheit
Worum ging es? Der Mode-Versandhändler Zalando will sein Logistik-Zentrum in Erfurt dichtmachen. Damit steht die berufliche Zukunft von 2.700 Beschäftigten auf dem Spiel. Als sich Zalando im Jahr 2012 in Erfurt ansiedelte, flossen Fördermittel des Landes Thüringen - nach Angaben des Wirtschaftsministeriums steuerte der Freistaat rund 22 Millionen an Investitionshilfen bei. Dass der Versandhändler nach nur 14 Jahren nun weiterzieht, stößt vielen Abgeordneten sauer auf. Inzwischen ist eine Debatte über den richtigen Weg in der Wirtschaftspolitik entbrannt.