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Identitätsprüfung auf Online-Plattformen: Wie die Verifizierung funktioniert und warum Nutzer sie meiden

Person hält Personalausweis und Smartphone mit Ausweis-Scan vor einem Laptop.
Einfache Schritte zur sicheren Online-Verifizierung / Foto: KI-generiert mit ChatGPT
Von: Konrad Vers

Digitale Dienste fordern bei der Registrierung zunehmend persönliche Daten an. Banken, Investitionsplattformen, Spieledienste und Kryptobörsen verlangen eine Identitätsprüfung, bevor Nutzer Zugang zu den Kernfunktionen erhalten. Dieser Prozess wird als Verifizierung oder KYC bezeichnet. Wer Online-Dienste regelmäßig nutzt, profitiert davon, zu verstehen, wie er aufgebaut ist und warum alternative Modelle zunehmend gefragt sind.

Was ist KYC und wozu dient es?

KYC steht für "Know Your Customer", zu Deutsch: "Kenne deinen Kunden". Das Verfahren entstand im Finanzsektor als Instrument zur Bekämpfung von Geldwäsche und zur Verhinderung der Finanzierung illegaler Aktivitäten. Heute geht seine Verbreitung weit über Banken hinaus.

Eine Verifizierung wird durchgeführt bei:

  • Kryptowährungsbörsen und Wechselstuben;
  • Online-Brokern und Investitionsplattformen;
  • Zahlungssystemen und elektronischen Geldbörsen;
  • lizenzierten Betreibern von Online-Glücksspielen.

In Deutschland ist die verpflichtende Nutzeridentifikation in mehreren Rechtsvorschriften verankert. Das Geldwäschegesetz verpflichtet lizenzierte Betreiber zur Überprüfung der Kundenidentität. Der Glücksspielstaatsvertrag GlüStV 2021 stellt für Spielplattformen vergleichbare Anforderungen auf. Darüber hinaus gilt die europäische Datenschutz-Grundverordnung (DSGVO), die regelt, wie die erhobenen Daten gespeichert und verarbeitet werden dürfen.

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Warum sucht ein Teil der Nutzer nach Alternativen?

Der deutsche Online-Markt ist reif genug, um verschiedene Identifikationsmodelle nebeneinander zu beherbergen. Einige Plattformen arbeiten mit einem vollständigen KYC-Verfahren, andere verfolgen einen vereinfachten Ansatz mit einem Mindestdatensatz. Das Interesse an Diensten wie Online Casinos ohne Verifizierung spiegelt ein breiteres Bild wider: Nutzer in verschiedenen Segmenten suchen nach einer Balance zwischen Zugänglichkeit und dem Umfang der weitergegebenen Daten. Dies gilt nicht nur für den Glücksspielmarkt, sondern auch für Finanzdienste, Kryptowechselstuben und Abo-Plattformen.

Eine Studie, die 2024 im Auftrag der deutschen Regulierungsbehörde GGL durchgeführt wurde, ergab, dass rund 23 % des Online-Glücksspielverkehrs in Deutschland in den unregulierten Sektor abfließt. Dies zeigt, dass ein Teil der Nutzer die Verifizierung eher als Hindernis denn als Schutzinstrument wahrnimmt.

Zu den häufigsten Gründen für dieses Verhalten zählen:

  • die Abneigung, Dokumentkopien aus Angst vor Datenlecks weiterzugeben;
  • lange Wartezeiten bis zur Freigabe auf einzelnen Plattformen;
  • Einschränkungen für Nutzer ohne einen Standardsatz an Dokumenten;
  • allgemeiner Skeptizismus gegenüber der Erhebung personenbezogener Daten im digitalen Raum.

Wie läuft das Standardverifizierungsverfahren ab?

Die Basis für eine erfolgreiche Identitätsprüfung: Ausweis, Smartphone und Dokumente. / Foto: user18526052 auf magnific.com

Die meisten Plattformen folgen einer ähnlichen Abfolge von Schritten. Zunächst füllt der Nutzer einen Fragebogen mit grundlegenden Angaben aus: Name, Geburtsdatum, Adresse und Wohnsitzland. Es ist wichtig, die Daten genau so einzugeben, wie sie in den Dokumenten angegeben sind. Bereits eine einzige abweichende Schreibweise kann zu Verzögerungen bei der Prüfung führen.

Anschließend verlangt die Plattform ein Ausweisdokument. In der Regel werden Reisepässe, nationale Personalausweise oder Führerscheine akzeptiert. Das Dokument muss auf dem Foto gut lesbar sein, ohne Spiegelungen, Unschärfen oder abgeschnittene Kanten.

Viele Plattformen fordern darüber hinaus:

  • ein Selfie mit dem Dokument oder eine Videoverifizierung;
  • einen Adressnachweis in Form eines Kontoauszugs oder einer Nebenkostenabrechnung, die nicht älter als drei Monate ist;
  • Angaben zur Einkommensquelle bei größeren Transaktionen.

Die Bearbeitungszeit hängt von der Plattform ab. Automatisierte Systeme mit KI-Unterstützung führen die Prüfung innerhalb weniger Minuten durch. Eine manuelle Prüfung kann zwischen einigen Stunden und drei Werktagen in Anspruch nehmen.

Was sagt die DSGVO zum Datenschutz bei der Verifizierung?

Die europäische Datenschutz-Grundverordnung betrifft unmittelbar alle Plattformen, die mit Nutzern aus der EU arbeiten. Dem Grundsatz der Datensparsamkeit zufolge darf eine Plattform nur die Informationen anfordern, die für den jeweiligen Zweck tatsächlich erforderlich sind. Die Erhebung übermäßiger Daten ist untersagt.

Nutzer in Deutschland haben das Recht, auf Grundlage von Artikel 17 der DSGVO die Löschung ihrer Daten zu verlangen. Dieses Recht greift, wenn die Daten unrechtmäßig erhoben wurden oder für den angegebenen Zweck nicht mehr benötigt werden. Seriöse Plattformen sind verpflichtet, Verifizierungsdaten gemäß den vorgeschriebenen Fristen aufzubewahren und sie anschließend zu löschen.

Bei der Verifizierung empfiehlt es sich, auf Folgendes zu achten:

  • ob die Plattform eine Lizenz besitzt und in welcher Jurisdiktion diese ausgestellt wurde;
  • Datenschutzrichtlinien und die angegebene Aufbewahrungsdauer für Dokumente;
  • Datenverschlüsselung bei der Übertragung, HTTPS-Protokoll und SSL-Zertifikat;
  • die Möglichkeit, nach der Kontoschließung die Löschung der Daten zu beantragen.

Wie lässt sich die Verifizierung beschleunigen?

Die Praxis zeigt, dass die meisten Verzögerungen bei der KYC-Prüfung auf die Qualität der hochgeladenen Unterlagen oder auf Unstimmigkeiten zwischen den Angaben im Fragebogen und den Dokumenten zurückzuführen sind. Einige einfache Maßnahmen helfen, die Prüfung zügiger abzuschließen.

Das Dokument lässt sich am besten bei Tageslicht ohne Blitz fotografieren. Alle vier Ecken müssen vollständig sichtbar sein. Die Angaben im Fragebogen sind genau mit dem Dokument abzugleichen, einschließlich der Reihenfolge der Namen und der Schreibweise in lateinischen Buchstaben. Wenn die Plattform einen Adressnachweis verlangt, eignet sich ein aktueller Kontoauszug oder eine Nebenkostenabrechnung mit dem Namen und der Wohnadresse.

Es empfiehlt sich außerdem, vorab zu klären, welche Dokumente eine bestimmte Plattform akzeptiert. Manche Dienste akzeptieren nur den Reisepass, andere lassen auch einen Personalausweis oder eine Aufenthaltserlaubnis zu. Dies ist besonders relevant für ausländische Staatsangehörige mit Wohnsitz in Deutschland. Wer die Anforderungen im Voraus kennt, spart Zeit und vermeidet das erneute Hochladen von Unterlagen.

Die Verifizierung ist so gestaltet, dass sie sowohl die Plattform als auch den Nutzer selbst schützt. Wer ihre Logik versteht, kann die Prüfung ohne unnötige Verzögerungen durchlaufen und bewusst entscheiden, welchen Diensten er seine persönlichen Daten anvertraut.

Konrad Vers
Artikel von

Konrad Vers

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