Digitale Dienste fordern bei der Registrierung zunehmend persönliche Daten an. Banken, Investitionsplattformen, Spieledienste und Kryptobörsen verlangen eine Identitätsprüfung, bevor Nutzer Zugang zu den Kernfunktionen erhalten. Dieser Prozess wird als Verifizierung oder KYC bezeichnet. Wer Online-Dienste regelmäßig nutzt, profitiert davon, zu verstehen, wie er aufgebaut ist und warum alternative Modelle zunehmend gefragt sind.
Was ist KYC und wozu dient es?
KYC steht für "Know Your Customer", zu Deutsch: "Kenne deinen Kunden". Das Verfahren entstand im Finanzsektor als Instrument zur Bekämpfung von Geldwäsche und zur Verhinderung der Finanzierung illegaler Aktivitäten. Heute geht seine Verbreitung weit über Banken hinaus.
Eine Verifizierung wird durchgeführt bei:
- Kryptowährungsbörsen und Wechselstuben;
- Online-Brokern und Investitionsplattformen;
- Zahlungssystemen und elektronischen Geldbörsen;
- lizenzierten Betreibern von Online-Glücksspielen.
In Deutschland ist die verpflichtende Nutzeridentifikation in mehreren Rechtsvorschriften verankert. Das Geldwäschegesetz verpflichtet lizenzierte Betreiber zur Überprüfung der Kundenidentität. Der Glücksspielstaatsvertrag GlüStV 2021 stellt für Spielplattformen vergleichbare Anforderungen auf. Darüber hinaus gilt die europäische Datenschutz-Grundverordnung (DSGVO), die regelt, wie die erhobenen Daten gespeichert und verarbeitet werden dürfen.
