Die Unabhängige Kommission zur Aufarbeitung sexuellen Missbrauchs im Bistum Erfurt sieht sich in ihrer Arbeit ausgebremst. In ihrem aktuellen Jahresbericht 2025 wirft das Gremium Verantwortlichen vor, die Aufarbeitung zu untergraben. So habe das Bistum mit Verweis auf Datenschutzgründe und Sorge vor Retraumatisierung die Befragung von Betroffenen über den Umgang mit dem ihnen zugefügten Leid nicht unterstützt.
Das Gremium habe daraufhin sogar den Klageweg erwogen, diesen dann aber wegen der langen Dauer solcher Rechtsstreitigkeiten wieder verworfen, hieß es in dem im Internet veröffentlichten Bericht. Bischof Ulrich Neymeyr kritisierte die Veröffentlichung und wies die erhobenen Vorwürfe zurück. Der Bericht sei als Zwischen- beziehungsweise Werkstattbericht nicht zur Veröffentlichung vorgesehen gewesen, sagte der Bischof den Thüringer Zeitungen der Funke Mediengruppe (Samstagsausgabe).