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Bistum Erfurt stellt Pfarrer nach Vorwürfen vorläufig frei

Vorwürfe sexualisierter Grenzverletzungen durch einen beliebten katholischen Pfarrer schockieren Gläubige im Eichsfeld. (Symbolbild) / Foto: Fabian Sommer/dpa
Vorwürfe sexualisierter Grenzverletzungen durch einen beliebten katholischen Pfarrer schockieren Gläubige im Eichsfeld. (Symbolbild) / Foto: Fabian Sommer/dpa

Seit 20 Jahren ist ein katholischer Pfarrer in einer Gemeinde im Eichsfeld tätig, er gilt als beliebt. Umso schwerer wiegt ein Verdacht, der fürs Erste zu seiner Freistellung geführt hat.

Das Bistum Erfurt hat einen Pfarrer im Eichsfeld wegen des Verdachts sexualisierter Grenzverletzungen gegenüber Jugendlichen vorläufig vom Dienst freigestellt. Im Zuge einer ohnehin geplanten Versetzung in eine andere Pfarrei seien der Bistumsleitung Hinweise auf anzügliche Bemerkungen des Geistlichen zu Jugendlichen mitgeteilt worden, teilte das Bistum auf Anfrage mit. Des Weiteren habe sie Videos mit Auftritten des Pfarrers erhalten, «in denen seine für einen Priester inakzeptable und beschämend vulgär-obszöne Ausdrucksweise dokumentiert ist».

Der Pfarrer befinde sich auf Anordnung von Bischof Ulrich Neymeyr in einer Auszeit. Danach werde entschieden, ob er weiterhin seelsorgerisch tätig sein könne. Der Geistliche ist seit 20 Jahren in der Pfarrei Lengenfeld unterm Stein tätig, er galt als in der Gemeinde sehr beliebt. Er sollte in den Kreis Sömmerda wechseln. «Im Bistum Erfurt ist es durchaus üblich, dass Pfarrer nach zehn und mehr Jahren die Stelle wechseln, um anderswo neue Erfahrungen zu sammeln», heißt es in einer Erklärung des Bistums. 

Ohnehin geplante Versetzung gestoppt

Im konkreten Fall spielten laut Bistum aber auch Verdachtsmomente finanzieller Unregelmäßigkeiten eine Rolle. In der neuen Pfarrei hätte der Pfarrer eine Stelle angetreten, in der er keine Entscheidungsgewalt in Finanzfragen gehabt hätte, hieß es. Nachdem die geplante Versetzung im April bekanntgeworden sei, hätten mehrere Hundert Menschen eine Petition für seinen Verbleib unterschrieben. Als der Bistumsleitung in diesem Zusammenhang die Vorwürfe von Jugendlichen bekannt gewesen seien, sei die Versetzung gestoppt worden.

Laut Bistum sollen die Vorwürfe nicht strafrechtlich relevant sein. Allerdings beginne sexueller Missbrauch von Kindern und Jugendlichen nach sozialwissenschaftlicher Definition bereits bei anzüglichen Bemerkungen und mehrdeutigen Nachrichten, berief sich das Bistum auf die unabhängige Bundesbeauftragte gegen sexuellen Missbrauch von Kindern und Jugendlichen.

Bischof Neymeyr hatte die Kirchengemeinde am Freitag offiziell über die Vorwürfe und die vorläufige Freistellung des Pfarrers informiert. Thüringer Zeitungen der Funke-Medien und der MDR hatten darüber berichtet.

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