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Prozession, Gottesdienste, Abendmahl - die Woche vor Ostern

Die Palmsonntagsprozession in Heiligenstadt gehört zum immateriellen Kulturerbe der Unesco. / Foto: Michael Reichel/dpa
Die Palmsonntagsprozession in Heiligenstadt gehört zum immateriellen Kulturerbe der Unesco. / Foto: Michael Reichel/dpa

In der Karwoche bereiten sich die Christen auf das Osterfest vor. Der Leidensweg Jesu bis zu seinem Tod am Kreuz steht im Mittelpunkt.

Sie ist eine der größten im deutschsprachigen Raum und gehört zum Unesco-Welterbe: Eine Woche vor Ostern haben sich rund 7.000 katholische Gläubige an der traditionellen Palmsonntagsprozession in Heiligenstadt beteiligt. Von Männern auf den Schultern getragene überlebensgroße Figuren stellten die einzelnen Stationen des Leidensweges von Jesus Christus dar, der nach der biblischen Überlieferung am Karfreitag gekreuzigt wurde. 

Die Prozession in der Stadt im thüringischen Teil des katholisch geprägten Eichsfeldes ist seit dem Mittelalter verbürgt und gehört zum Unesco-Welterbe. 

Karwoche

Am Palmsonntag ist Jesus nach der biblischen Erzählung in Jerusalem eingezogen. Die Menschen jubelten ihm zu und streuten grüne Zweige. In Palmsonntagsgottesdiensten wird die Passionsgeschichte vorgelesen, die vom Leidensweg Jesu, dem letzten Abendmahl mit seinen Jüngern, dem Verrat an ihm, seiner Gefangennahme und Verurteilung sowie der Kreuzigung und dem Begräbnis berichtet. Mit dem Palmsonntag beginnt die Karwoche, in der sich die Christen auf das Osterfest vorbereiten.

Andachten, Kreuzwege, Kirchenmusik

Die Karwoche ist die Zeit, in der traditionell große kirchenmusikalische Werke aufgeführt werden, etwa die Passions-Oratorien von Johann Sebastian Bach. Auch gemeinsame Abendmahle, Kreuzwege, Gottesdienste und Andachten sind Teil der Karwoche. Am Gründonnerstag erinnern die Christen an das letzte Abendmahl, das Jesus mit seinen Jüngern einnahm und in dem er der Bibel zufolge seinen Verrat durch einen der Jünger weissagt. Der Verrat führt zu seiner Festnahme.

Trauertag Karfreitag

Der Karfreitag ist der Tag, an dem Jesus auf dem Hügel Golgatha gekreuzigt wurde und starb. Er ist seinem Charakter nach ein Trauertag und deshalb heutzutage ein «stiller Feiertag». An stillen Feiertagen sind in Thüringen Unterhaltungs- und Musikveranstaltungen jeder Art in Gaststätten und Einrichtungen mit Schankbetrieb sowie öffentliche Sportveranstaltungen verboten.

Freudentag Ostersonntag

Ganz anders ist der Charakter des Ostersonntags, an dem Jesus Christus nach christlichem Glauben von den Toten auferstanden ist. Ostern symbolisiert den Sieg des Lebens über den Tod und steht für Hoffnung. Es ist das höchste christliche Fest. Ostern wird am ersten Sonntag nach dem Frühlingsvollmond gefeiert. Die Osterzeit dauert 50 Tage - bis Pfingsten.

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