Höherer Dokumentationsaufwand und Suchterkrankungen sowie andere Probleme ihrer Probanden verkomplizieren die Aufgaben von Bewährungshelfern und anderen Justizsozialarbeitern in Thüringen zunehmend. Der qualitative Betreuungsaufwand habe sich in den vergangenen Jahren deutlich erhöht, teilte dazu das Justizministerium unter Berufung auf Angaben aus dem Thüringer Oberlandesgericht (OLG) mit. Am OLG ist die zentrale Dienststelle der Sozialen Dienste in der Thüringer Justiz angesiedelt.
So müssten Justizsozialarbeiter verstärkt Zeit in die Dokumentation ihrer Fälle stecken, um geforderte Qualitätsstandards einzuhalten. Zudem ist laut Ministerium die Anzahl von Straftätern mit einer psychischen Störung oder einer Drogen- oder Alkoholabhängigkeit gestiegen. Solche Belastungen erschwerten die Wiedereingliederung in die Gesellschaft. Dazu kämen aktuelle gesamtwirtschaftliche Entwicklungen, die die Anforderungen an Justizsozialarbeiter erhöhten: So sei es etwa aufgrund von Wohnraummangel noch schwieriger geworden, Ex-Häftlingen bei der Wohnungssuche zu helfen.