In Thüringen ist die Zahl der Kinder, die durch Vernachlässigung sowie körperliche und psychische Misshandlungen gefährdet sind, im vergangenen Jahr drastisch gestiegen. Bei insgesamt fast 4.800 Verfahren der Jugendämter zur Einschätzung einer Kindeswohlgefährdung - einem neuen Höchststand seit 2012 - sei in mehr als 1.600 Fällen eine Gefährdung von Mädchen und Jungen festgestellt worden. Das waren etwa ein Fünftel oder rund 280 Fälle mehr als im Jahr davor, geht aus Zahlen des Statistischen Landesamtes in Erfurt hervor. Darunter waren 824 akute und 805 latente Gefährdungen von Kindern. Diese Entwicklung vollzieht sich, obwohl es durch die demografische Entwicklung in Thüringen tendenziell weniger Kinder gibt.
Bei mehr als 3.100 der fast 4.800 Prüfverfahren der Jugendämter kamen Fachleute zu dem Ergebnis, dass keine Kindeswohlgefährdung vorlag. Jedoch bestand bei etwa 61 Prozent dieser Fälle - insgesamt rund 1.900 - Hilfe- beziehungsweise Unterstützungsbedarf. Das waren etwa zwölf Prozent mehr als 2022.