Bekommen sie genug zu essen und zu trinken? Erhalten sie die nötige Zuneigung? Oder werden sie sogar aktiv verletzt? Aus Sorge um das Wohlergehen von Kindern sind im vergangenen Jahr Thüringens Jugendämter so häufig wie noch nie seit Erhebungsstart eingeschaltet worden. Die Behörden prüften 5.122 Verdachtsfälle, wie das Landesamt für Statistik mitteilte. Das seien 168 mehr als im Vorjahr gewesen und ein erneuter Höchststand seit Beginn der statistischen Erhebung der Zahlen im Jahr 2012.
Das Wohl von Kindern sahen die Fachleute in etwa einem Drittel dieser Fälle tatsächlich gefährdet: 671 davon galten als akute, eindeutige Fälle, in denen eine unmittelbare Gefahr für das leibliche, geistige oder seelische Wohl eines Kindes oder Jugendlichen festgestellt wurde. In solchen Fällen können die Jugendämter die Kinder unter bestimmten Vorgaben in Obhut nehmen.
Bei den anderen zwei Dritteln der Fälle stellten die Fachleute keine
Kindeswohlgefährdung fest. In mehr als der Hälfte (58,7 Prozent) dieser Fälle erkannten die Expertinnen und Experten der Jugendämter aber Hilfe- beziehungsweise Unterstützungsbedarf bei den betroffenen Eltern und anderen Erziehungsberechtigten.