Künstliche Intelligenz (KI) bietet blinden und sehbehinderten Menschen nach Einschätzung ihres Landesverbandes neue Möglichkeiten zur Alltagsgestaltung und Teilnahme am gesellschaftlichen Leben. Hilfreich seien beispielsweise Assistenzsysteme wie smarte Brillen, die Informationen und Texte erkennen und verarbeiten könnten, sagte der Verbandsvorsitzende Joachim Leibiger der Deutschen Presse-Agentur. So sei es etwa möglich, sich von Brillen mit dieser Technologie Texte vorlesen zu lassen. Auch Smartphones mit ihren vielfältigen Funktionen könnten den Alltag von Sehbehinderten erleichtern und würden zunehmend von ihnen genutzt.
Bei den KI-Brillen sei die Technologie in den Brillenbügeln verbaut, erläuterte Leibiger. Die meisten Modelle funktionierten im Zusammenspiel mit einem Smartphone. Für ältere Sehbehinderte könne dies eine Herausforderung sein, räumte er ein. Die Kreisorganisationen des Landesverbandes stünden deshalb vor der Aufgabe, dafür Einführungskurse anzubieten. Mehr als die Hälfte der rund 900 Mitglieder im Blinden- und Sehbehindertenverband Thüringen sind Leibiger zufolge älter als 60 Jahre, 200 Mitglieder sogar älter als 80 Jahre.