Die SED-Opferbeauftragte Evelyn Zupke wirbt für regelmäßige finanzielle Hilfen für die Opfer von Zwangsdoping in der DDR. Viele der ehemaligen Athletinnen und Athleten seien auf dauerhafte Unterstützung angewiesen, heißt es in Zupkes Jahresbericht.
«Das DDR-Sportsystem hat nicht nur Medaillen und Weltmeister produziert», betonte Zupke. «Das staatliche Zwangsdoping ist verantwortlich für Tausende Menschen, die bis heute an körperlichen und seelischen Folgen leiden.»
Mit dem «Staatsplan 14.25» habe das SED-Regime 1974 ein staatlich organisiertes und flächendeckendes Doping-Programm eingeführt, um «die vermeintliche Überlegenheit des Sozialismus zu demonstrieren», schreibt die Opferbeauftragte. Bis 1989 seien 10.000 bis 15.000 junge Leute regelmäßig ohne ihr Wissen oder Aufklärung überwiegend mit anabolen Steroiden gedopt worden - ein «eklatanter politischer Missbrauch», meint Zupke.
Nötig ist aus ihrer Sicht ein Gesetz, das den Betroffenen Zugang zum sogenannten Sozialen Entschädigungsrecht einräumt. Dann hätten sie eine Chance auf monatliche Zahlungen, die je nach Grad der Schädigung mehrere Hundert Euro betragen könnten.
Neue Hilfen wirken
Eine positive Bilanz zog Zupke nach gesetzlichen Verbesserungen für andere Opfer der SED-Diktatur, die Anfang 2025 beschlossen worden waren. «Ein zentraler Baustein des Gesetzespaketes ist der bundesweite Härtefallfonds, der am 9. November 2025 seine Arbeit aufgenommen hat», erläuterte sie. Aus dem Fonds werden ehemalige politisch Verfolgte mit Einzelhilfen unterstützt - von Reisezuschüssen über den Kauf eines E-Bikes oder den altersgerechten Umbau eines Bads. Inzwischen hätten 300 Menschen von Leistungen profitiert.
«Unser wiedervereinigtes Land ist auf dem richtigen Weg, die Opfer der SED-Diktatur bestmöglich zu unterstützen und zu würdigen», sagte Zupke. «Doch der Schatten der Diktatur ist lang: Viele Opfer leiden bis heute an den gesundheitlichen Folgen. Deshalb dürfen wir nicht nachlassen. Unsere Demokratie lässt die Opfer der SED-Diktatur nicht allein.»
Copyright 2026, dpa (www.dpa.de). Alle Rechte vorbehalten