Die Thüringer FamilienApp hat ein Ziel der Landesregierung erreicht. Die App sei seit ihrer Vorstellung Anfang Mai 2025 etwa 21.200 Mal aus den gängigen App-Stores heruntergeladen worden, sagte eine Sprecherin des Sozialministeriums des Freistaats der Deutschen Presse-Agentur.
Das Ziel sei erreicht worden, bis Ende 2025 eine fünfstellige Download-Zahl zu erreichen. «Das ist als Erfolg zu werten», so die Sprecherin. Dass immer mehr Anbieter über die App ihre Leistungen präsentierten, sei ähnlich wichtig und zeige, dass diese gut angenommen werde.
Informationen zu Eltern-Kind-Angeboten
Mit der FamilienApp möchte Thüringen Informationen für Familien gebündelt an einem Ort bereitstellen, die ihnen das Leben vor Ort leichter machen sollen. Dort finden sich etwa Informationen über Angebote von Eltern-Kind-Gruppen oder Hinweise auf Kulturveranstaltungen. Nach aktuellen Angaben des Sozialministeriums sind über die App derzeit etwa 9.500 Angebote von etwa 1.000 Anbietern zu finden.
Mehr als eine Google-Suche?
Dabei ist die FamilienApp auch umstritten. In der Vergangenheit war kritisiert worden, dort fänden sich nicht mehr Informationen, als über eine gewöhnliche Internet-Suchmaschine zu finden seien. Zuletzt hatte sich der Vorstandsvorsitzende des Branchenvereins ITnet Thüringen, Heiko Kahl, entsprechend geäußert. «Es ist eine bessere Google-Suche geworden, das war ja nicht der Plan», sagte er. Dafür sei unverhältnismäßig viel Steuergeld ausgegeben worden. «Das Geschäft hätte ich auch gerne gemacht.»
Derartige und ähnliche Kritik wies die Sprecherin des Sozialministeriums zurück. Die FamilienApp verfolge grundsätzlich einen anderen Ansatz als eine allgemeine Suchmaschine: Sie bündele zentral an einem Ort qualitätsgesicherte, zielgruppenspezifische und niedrigschwellige Angebote von Trägern, Kommunen, Vereinen und Organisationen in Thüringen, speziell für die Bedarfe und Lebenslagen von Familien und Senioren.
App immerhin kein Daten-Sammler?
«Anders als Google zeigt sie nicht einfach eine unsortierte Ergebnisliste an, sondern für die Nutzenden gezielt relevante Angebote im Bereich Beratung, Unterstützung, Bildung, Freizeit und Tourismus», so die Sprecherin. Zudem würden bei der Nutzung dieser App keine sensiblen personenbezogenen Daten erhoben, um individuelle Angebotsempfehlungen anzuzeigen. «Die Ergebnisse richten sich allein nach den persönlich angegebenen Interessen und Suchbegriffen», sagte sie.
Mehrere Hunderttausend Euro eingeplant
In den nächsten Monaten soll die FamilienApp weiterentwickelt werden – und möglicherweise Bestandteil der ThüringenApp werden. An dieser arbeitet das Haus von Landes-Digitalminister Steffen Schütz (BSW). Über die ThüringenApp sollen Menschen künftig etwa bestimmte Anträge bei Verwaltungen stellen können.
«Unser Haus und das Thüringer Digitalministerium stimmen sich derzeit eng ab und prüfen gemeinsam, wie beide Apps von einer Kooperation technisch profitieren können und zugleich wirtschaftliche Vorteile entstehen», so die Sozialministeriumssprecherin.
Geld zur Weiterentwicklung der FamilienApp ist laut Sprecherin bereits eingeplant: Bis zu rund 270.000 Euro seien im Landeshaushalt dafür vorgesehen. So gebe es Überlegungen, die FamilienApp so zu gestalten, dass deren Angebote auch über eine Web-Oberfläche eingesehen werden könnten.
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