loading

Nachrichten werden geladen...

Veröffentlicht mit CMS publizer®

Aufholjagd bei extremer Hitze: Engelhardt erstmals Meister

Felix Engelhardt gewinnt überraschend den deutschen Meistertitel.  / Foto: Pia Bayer/dpa
Felix Engelhardt gewinnt überraschend den deutschen Meistertitel. / Foto: Pia Bayer/dpa

Bei Temperaturen von über 35 Grad kämpfen die deutschen Radprofis im Thüringer Wald um den Meistertitel. Am Ende gewinnt ein Außenseiter, der am letzten Berg schon abgehängt war.

Felix Engelhardt hat sich mit einer famosen Aufholjagd bei der Hitzeschlacht im Thüringer Wald erstmals das deutsche Meistertrikot geholt und sich bestens auf seine Premiere bei der Tour de France eingestimmt. Der 25 Jahre alte Radprofi kämpfte sich bei Temperaturen von über 35 Grad in der Abfahrt noch an eine vierköpfige Spitzengruppe heran, nachdem er am letzten Berg bereits abgehängt war. Die Plätze zwei und drei belegten nach 191,1 Kilometern mit Start und Ziel in Bad Liebenstein Lennart Jasch und Nico Denz.

«Das ist ein Wahnsinnsgefühl. Davon träumt jeder. Es gibt nicht Schöneres, als im Meistertrikot zu fahren, vor allem wenn man zur Tour fährt. Das ist etwas ganz Besonderes», sagte Engelhardt nach seinem überraschenden Coup. Damit kann er nun im Meistertrikot seine Premiere bei der Frankreich-Rundfahrt feiern, die am Samstag in Barcelona losrollt. 

Dabei schien das Rennen für Engelhardt am letzten Berg schon gelaufen, als Nils Politt und Co. das Tempo forcierten. «Ich hatte die letzte Runde schon ziemlich zu kämpfen. Ich war kurz vor einem Krampf. Irgendwann bin ich abgehängt worden», sagte Engelhardt und ergänzte: «Ich dachte schon: 'Mist, jetzt wird es eng.' Ich bin die Abfahrt einfach maximales Risiko runter. Die vorne haben sich angeschaut. Da bin ich gerade so wieder rangerollt.»

Im Sprint war Engelhardt dann nicht zu schlagen. Das gehört zu seinen Stärken. So feierte Engelhardt, der 2022 den EM-Titel in der U23-Klasse geholt hatte, einen der größten Erfolge seiner Karriere.

Extreme Hitze erschwert das Rennen

Es war eine schweißtreibende Angelegenheit auf der rund 27 Kilometer langen Schleife im hügeligen Thüringer Wald, die siebenmal bewältigt werden musste. Die extreme Hitze machte das Rennen zusätzlich schwer, auch wenn der am Ende viertplatzierte Politt relativierte: «Wir haben viel in der Hitze trainiert, bei der Tour de Suisse war es auch warm. Ich denke, der Körper hat sich inzwischen daran gewöhnt. Es ist nicht einfach, aber wir managen das schon.»

Kritische Worte fand Engelhardt. «Man muss sich natürlich fragen, ob man so lange fahren muss bei der Hitze. So gesund ist es auch nicht. Man sieht, wie viele Leute noch dabei waren. Es ist schon sehr selektiv», sagte der Sieger: «Nächste Woche in Frankreich wird es aber auch heißt. Da darf man am Ende nicht jammern.»

Trotz der hohen Temperaturen gab es keine großen Änderungen vonseiten der Veranstalter. Lediglich die Verpflegungszonen wurden aufgehoben, das Anreichen von Wasser und Gels war somit überall an der Strecke möglich. 

Lipowitz nicht am Start

Der namhafteste deutsche Radprofi fehlte im Feld. Radstar Florian Lipowitz konzentriert sich ganz auf die Tour, die er beim Debüt im vergangenen Jahr auf einem sensationellen dritten Platz beendet hatte. Auch Routinier John Degenkolb und der frühere Tour-Vierte Emanuel Buchmann ließen die Meisterschaften aus. 

Bei den Frauen hatte sich am Vortag Franziska Koch zum dritten Mal in Serie den Titel geholt. Die Gewinnerin von Paris-Roubaix siegte nach 107 Kilometern vor Ex-Meisterin Liane Lippert und Justyna Czapla. Auch Jan Ullrichs Sohn Benno war am Samstag im Einsatz. Vor den Augen seines berühmten Vaters belegte er den 16. Platz im U17-Rennen.

Copyright 2026, dpa (www.dpa.de). Alle Rechte vorbehalten