Fehlstart! Auf dieses eine Wort lässt sich der Auftakt der neuen Saison in der 2. Fußball-Bundesliga für Dynamo Dresden reduzieren. Nur ein Sieg bei drei Niederlagen nach vier Spieltagen sprechen eine deutliche Sprache. Bei den Sachsen herrscht eine gewisse Ratlosigkeit. Schließlich wollte man schnell den Klassenverbleib klarmachen und dann schauen, was noch geht. Nun aber befindet man sich dort, wo man dachte, gar nicht mehr hinzukommen: im tiefsten Tabellenkeller. «Das ist natürlich überhaupt nicht unser Anspruch», sagte Tobias Raschl. Der Neuzugang von Zweitliga-Absteiger Preußen Münster feierte bei der 1:2-Niederlage gegen den VfL Bochum nach seiner Einwechslung sein Heimdebüt. Bei einem Schuss an den Innenpfosten (68. Minute) blieb ihm der Ausgleich verwehrt. «Wir müssen da ganz schnell wegkommen, müssen auf die drei Punkte schnell welche draufpacken. Aber wir haben uns das schon anders vorgestellt», sagte Raschl. Trainer Thomas Stamm war schmallippig bei der Antwort auf die Frage, wie es nun weitergeht: «Nächste Woche in Braunschweig zu gewinnen, würde helfen.» Aber warum steht Dynamo jetzt da, wo man steht? Schließlich spielt man fast mit der gleichen Mannschaft, die eine so furiose Rückrunde hingelegt hatte. Nahezu alle damals ausgeliehenen Leistungsträger wurden fest verpflichtet. Und kommen mit Ausnahme von Robert Wagner und in Ansätzen Jonas Sterner nicht an die damals gezeigten Leistungen heran. Vielleicht, so wird gemutmaßt, kommen sie mit ihrer neuen Rolle im Team noch nicht zurecht. Vor einem halben Jahr kamen sie als weitgehend Unbekannte in ein Team, das nichts mehr zu verlieren hatte, konnten befreit und ohne Druck aufspielen. Nun aber wird von ihnen genau das wieder erwartet, sich auf ihre Performance verlassen. Das kannten sie bislang nicht. Schließlich waren sie noch nie in so einer Situation. Zudem scheint Trainer Stamm das Spielsystem etwas verändert zu haben. Auffällig ist, dass Dynamo weniger auf das Flügelspiel bis zur Grundlinie setzt. Vielmehr ziehen die Außen Jakob Lemmer, Ben Bobzien und Kaan Inanoglu immer wieder in die Mitte, die Außenverteidiger Alexander Rossipal und Sterner schalten sich seltener in die Offensive ein. Immer wieder durch die Mitte - so haben es die gegnerischen Abwehrreihen leichter, die Dresdner Angriffe zu verteidigen. Kommen dann noch individuelle Aussetzer - provoziert durch hohes Pressing - in der Abwehr und im Spielaufbau in der eigenen Hälfte wie bei den beiden Gegentoren durch Koji Miyoshi sowie unerklärliche Fehler in Ballbesitzphasen dazu, kann man Spiele nicht gewinnen. «Es war mit Ball ein sehr, sehr ungewohnt unsauberes Spiel. Wir hatten sehr viele Balleroberungen, waren dann aber sehr unsauber im Umschaltspiel. Deshalb hatten wir nicht die Kontrolle, die es braucht, um die Punkte mitzunehmen. Wir sind sehr enttäuscht», sagte Trainer Stamm. Copyright 2026, dpa (www.dpa.de). Alle Rechte vorbehaltenKönnen die Leistungsträger nicht mit dem neuen Druck umgehen?
Hat Stamm das Spielsystem verändert?