Wird es in diesem Jahr viele Wespen im Freistaat geben? Der Wespenexperte des Naturschutzbunds (Nabu) Thüringen Rainer Hanke erwartet kein besonders starkes Wespenjahr. «Der Start war etwas ungünstig», sagte Hanke. Im Mai fange die Königin allein an, ihr Nest zu bauen, Eier abzulegen und die ersten Arbeiterinnen zu versorgen, erklärte er. In diesem Jahr sei es zu diesem Zeitpunkt jedoch ziemlich kalt und feucht gewesen.
Dadurch seien die Wespenvölker bislang nicht so stark entwickelt und es würden in diesem Sommer wahrscheinlich auch weniger Wespen umherschwirren als vergangenes Jahr, so Hanke. Bis Mitte August erreichen die Insekten demnach den Höhepunkt ihrer Entwicklung, danach nehmen die Populationen wieder ab. Je nach Wespenart ende ihr Jahr dann im September oder Oktober.
Was hilft bei Belagerung an der Kaffeetafel?
Trotzdem dürften sich auch in diesem Jahr Wespen beim Eis schlecken oder Kuchen essen nähern. In diesem Fall sollte man nicht nach ihnen schlagen oder sie wegpusten, sagte der Experte. «Das sollte man auch den Kindern beibringen.» Wichtig sei auch, sich nach dem Verzehr den Mund abzuwischen und Getränke abzudecken.
Wer sich die Tiere vom Leib halten will, könne etwa ein paar Meter vom Kaffeekranz oder der Grillparty entfernt einen Teller mit überreifen Trauben oder anderem Obst aufstellen. «Da sind die ganz heiß drauf», sagte er.
Zwar könnten Wespen manchmal ziemlich aufdringlich sein, hieß es vom Sprecher des Nabu-Landesverbandes, Jürgen Ehrhardt. Allerdings seien die Insekten auch sehr wichtig. Denn die unter Naturschutz stehenden Tiere vertilgten Schädlinge wie Blattläuse und Spannerlarven, bestäuben Nutzpflanzen und beseitigten Aas.
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