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Equine Infektiöse Anämie bei Pferd im Wartburgkreis amtlich bestätigt

Ein Fall einer seltenen Pferdekrankheit ist im Wartburgkreis aufgetreten (Symbolfoto). / Foto: Federico Gambarini/dpa
Ein Fall einer seltenen Pferdekrankheit ist im Wartburgkreis aufgetreten (Symbolfoto). / Foto: Federico Gambarini/dpa

Im Wartburgkreis ist bei einem Pferd die Equine Infektiöse Anämie amtlich bestätigt worden. Behörden ermitteln Kontakttiere und ergreifen Schutzmaßnahmen.

In Thüringen ist ein Fall einer seltenen Pferdekrankheit aufgetreten. Die Equine Infektiöse Anämie (ansteckende Blutarmut der Einhufer) genannte Krankheit sei bei einem Pferd im Wartburgkreis amtlich festgestellt und durch das Friedrich-Loeffler-Institut (FLI) bestätigt worden, teilte das Gesundheitsministerium mit. Die Viruserkrankung wird durch blutsaugende Insekten wie Bremsen, aber auch durch direkten Kontakt der Tiere etwa durch kleine Verletzungen übertragen. Sie kann außer Pferden auch Esel, Maultiere und Zebras treffen. Für Menschen besteht keine Gefahr.

Bei dem betroffenen Pferd handelte es sich nach Angaben des Landratsamtes um ein 33-jähriges Tier aus privater Haltung. Das hochbetagte Pferd habe aufgrund von Erkrankungen eingeschläfert werden müssen, Anzeichen auf infektiöse Anämie hätten zu diesem Zeitpunkt nicht vorgelegen. Im Nachgang seien dann Proben genommen worden, die den Nachweis erbrachten und am vergangenen Sonntag durch das FLI bestätigt worden seien. 

Die Ursache der Ansteckung ist bislang unklar. Das für den Wartburgkreis zuständige Veterinär- und Lebensmittelüberwachungsamt habe Maßnahmen zum Schutz vor einer Weiterverbreitung der Tierseuche eingeleitet, hieß es. Im Umkreis von einem Kilometer um den Ausbruchsort seien gefährdete Tiere untersucht worden. 

Kontakttiere werden ermittelt

Zudem sei damit begonnen worden, eventuelle Kontakttiere zu ermitteln. Es handle sich um sehr aufwendige Recherchen. Grundlage seien schriftliche Aufzeichnungen von Zu- und Abgängen gehaltener Tiere, zu denen die Betriebe nach EU-Recht verpflichtet seien. Das Ministerium rief Halter von Pferden und pferdeähnlichen Tieren auf, bei unklaren Krankheitsanzeichen zügig tierärztlichen Rat einzuholen. Bei Seuchenverdacht sei das zuständige Veterinär- und Lebensmittelüberwachungsamt umgehend zu informieren. Infektiöse Anämie ist meldepflichtig.

Krankheit zuletzt vor 15 Jahren in Thüringen

Die Krankheit, die akut oder chronisch verlaufen kann, ist weltweit verbreitet und kommt gehäuft in Asien, Osteuropa und Südamerika vor. In Deutschland tritt sie sporadisch auf. Seit 2010 wurden laut Ministerium bundesweit 72 Fälle gemeldet. In Thüringen wurde sie zuletzt im Dezember 2011 bei einem Pferd nachgewiesen. In den Jahren zuvor hatte es Dutzende Fälle im Freistaat gegeben, zahlreiche Pferde mussten eingeschläfert werden.

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