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Warum Technik bei Waldbrandüberwachung Nebensache ist

Die Waldbrandsaison läuft von März bis Oktober. In der Zeit wird auch immer eine Waldbrandgefahrenprognose erstellt, um besonders gefährdete Regionen zu erkennen. (Symbolbild)  / Foto: Michael Reichel/dpa
Die Waldbrandsaison läuft von März bis Oktober. In der Zeit wird auch immer eine Waldbrandgefahrenprognose erstellt, um besonders gefährdete Regionen zu erkennen. (Symbolbild) / Foto: Michael Reichel/dpa

Während in manchen Bundesländern etwa Sensoren bei der Waldbrandüberwachung im Einsatz sind, setzt Thüringen auf Sicht. Darum sind elaborierte technische Verfahren nicht unbedingt nötig.

Auf spezielle Technik, um frühzeitige Waldbrände zu erkennen, kann Thüringen nach Einschätzung der Landesforstanstalt bislang verzichten. Während einige Bundesländer wie Niedersachsen oder Brandenburg etwa Rauch-Sensoren im Wald im Einsatz haben, ist in Thüringen vor allem die Aufmerksamkeit von Förstern oder auch von Wanderern gefragt, wie es bei Thüringenforst heißt. 

«Tatsächlich werden Waldbrände in Thüringen bislang in erster Linie optisch erfasst», erklärt dazu der Sprecher der Landesforstanstalt, Horst Sproßmann. «Die Wälder Thüringens, voran der Thüringer Wald wie auch das Schiefergebirge, sind forstlich sehr gut erschlossen und damit auch touristisch gut genutzt.» 

Wenn der Waldbesucher ein Feuer entdeckt

Die meisten Waldbrände würden daher nicht von Forstbediensteten, sondern von Wanderern, oder anderen Waldbesuchern erkannt und per Handy gemeldet. «Waldbesuchende wissen bei einem Verdacht auf Waldbrand die Notrufnummer 112 zu wählen. Ein einfaches System – derzeit aber völlig ausreichend für den Freistaat», betont Sproßmann. 

Diese Einschätzung habe auch damit zu tun, dass Thüringen bislang nicht als Schwerpunktgebiet von Waldbränden gilt – anders als eben Brandenburg, und Niedersachsen. Sproßmann verweist dabei auf die Waldbrandstatistik: Im Zeitraum 1995 bis 2022 wurden demnach jährlich in Thüringen durchschnittlich 28 Waldbrände erfasst, in Brandenburg dagegen durchschnittlich 350. 

In Anbetracht der Häufigkeit und der von Waldbränden betroffenen durchschnittlichen Flächengröße der vergangenen rund 30 Jahre erscheine eine Investition in technische Waldbrandüberwachung derzeit also als nicht sinnvoll, so Sproßmann. Entscheidender seien Investitionen in die unmittelbare Waldbrandbekämpfung, also etwa in Löschfahrzeuge oder -teiche.

Gefahrenkarte für alle kostenlos zugänglich

Gleichzeitig setzt Thüringen auch wie andere Bundesländer auf ein Waldbrandprognoseverfahren auf Grundlage von tagesaktuellen meteorologischen Daten. Dafür übermittelt der Deutsche Wetterdienst über sein Messnetz vom 1. März bis 31. Oktober jeden Jahres Waldbrandgefahrenstufen für insgesamt 31 Vorhersageregionen in Thüringen, wie Sproßmann erklärt. 

Wie hoch die jeweilige Gefährdung ist, zeigt Thüringenforst dann auf einer kostenlos zugänglichen Karte auf der Website der Landesforstanstalt anhand von Gefahrenstufen: Stufe Eins bedeutet eine sehr geringe Gefahr. Bei der höchsten Stufe Fünf liegt eine sehr hohe Gefahr vor. 

Bei der höchsten Stufe können Forstämter etwa betroffene Waldgebiete sperren und sogenannten Waldbrandüberwachungsdienste in besonders gefährdeten Regionen einsetzen. Die Zuständigen können dann etwa von geeigneten Aussichtspunkten aus mittels Fernglas mögliche Rauchentwicklungen über Kronendächern verfolgen und melden.

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