Um viele Haushalte der Landeshauptstadt künftig mit Energie aus Tiefen-Geothermie zu versorgen, wird in Erfurt eine eigene Gesellschaft gegründet. Als Tochterunternehmen der kommunalen Stadtwerke Erfurt (SWE) soll die SWE Geothermie GmbH verantwortlich für das Projekt sein. «Wir wollen so etwas wie eine Fußbodenheizung verlegen», sagte SWE-Geschäftsführer Peter Zaiß am Donnerstag in Erfurt. Der Geothermie-Gesellschaft werden in den nächsten Jahren für den Anlauf bis zu drei Millionen Euro zur Verfügung gestellt.
Für das Projekt soll mittels einer in Deutschland neuen Technologie eine Granitschicht angezapft werden, die unter Teilen des Thüringer Beckens liegt. In einem ersten Schritt soll ein sogenanntes 3D-Seismik-Modell des Untergrunds unter dem angepeilten Areal erstellt werden. Dazu fahren spezielle Messfahrzeuge das südlich von Sömmerda und nördlich von Erfurt gelegene Gelände ab. Ziel sei es, 2027 mit einer Probebohrung bis zu einer Tiefe von mindestens 4500 Metern zu beginnen, sagte der Geschäftsführer der Geothermie-Gesellschaft in spe Kay Eberhardt. Im Idealfall würde die Technologie dann ab 2030 Wärme aus der Erde liefern.