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Thüringer Landwirte fürchten Futterknappheit nach Hitze und Trockenheit

Thüringer Landwirte fürchten Futterknappheit nach Hitze und Trockenheit
Thüringer Landwirte machen sich Sorgen um ausreichend Tierfutter (Illustration). / Foto: Bernd Wüstneck/dpa
Von: DieThüringer News
Futtermangel und die Hoffnung auf mehr Regen: Die Hitze hat Weiden verbrannt, Grünfutter wächst nicht überall ausreichend nach. Wie angespannt ist die Situation in Thüringen?

Thüringens Landwirte sorgen sich um ausreichend Futter für ihre Tiere. Hitze und Trockenheit in den vergangenen Wochen hätten zu einer angespannten Futterversorgung im Freistaat geführt, sagte André Rathgeber vom Thüringer Bauernverband der Deutschen Presse-Agentur in Erfurt. 

So dramatisch wie in Teilen Bayerns, Baden-Württembergs und Hessens sei die Situation bisher nicht. «Es ist nicht der Fall, dass bei uns Tierbestände wegen Futtermangels abgebaut werden müssen.» Doch auch in Thüringen hofften die Bauern auf weitere Regentage. 

Wegen des Wassermangels im Sommer hätten sich Gras, Luzerne und Klee nicht gut entwickelt. Der sogenannte dritte Schnitt beim Grünfutter konnte vielerorts nicht erfolgen. «Es war nichts da», sagte Rathgeber. Auf vielen Weiden sei das Gras regelrecht vertrocknet. Vor allem im Süden und Südosten Thüringens gebe es viel Grünland und Weiden beispielsweise in den Regionen Saalfeld-Rudolstadt, Bad Salzungen, Sonneberg, aber auch im Eichsfeld im Norden. 

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Futtermittelbörse: Betriebe können sich aushelfen

Unterschiedlich entwickle sich der Mais. «Die Situation im Altenburger Land und dem Kreis Greiz ist noch recht passabel», so der Fachmann. Probleme bei der Entwicklung der Pflanzen gebe es im Thüringer Becken, aber auch in Teilen des Ilm-Kreises und des Kreises Gotha. Maissilage ist ein wichtiges Futtermittel in der Nutztierhaltung. «Viele Betriebe hoffen, dass sich der Mais noch erholen kann.»

Thüringens Bauernverband betreibe über seine Internetseite eine Futtermittelbörse, auf der Angebote und Gesuche eingestellt werden können. Das laufe jetzt wieder an. «Betriebe können sich aushelfen. Das wird seit Bestehen der Börse rege genutzt», sagte Ratgeber.

Kaum Chancen auf Futterreserven für 2027 

Ob noch ein später dritter Grünschnitt in diesem Jahr möglich ist, sei offen. «Das hänge von den Niederschlägen in den nächsten Tagen und Wochen ab.» Dann würden die Betriebe mit der Futtermittelversorgung zurechtkommen. «Aber auch dann könnten sie keine Reserven bilden wie 2025», sagte Rathgeber. 

In dieses Jahr seien die Betriebe in der Regel mit Vorräten gegangen, die die Probleme zumindest abfedern konnten. Kritisch wird es nach Angaben des Bundesforschungsinstituts für Kulturpflanzen, wenn bereits jetzt Wintervorräte verfüttert werden und zugekauftes Futter knapp oder zu teuer ist. 

In Thüringen waren die Viehbestände in den vergangenen Jahren zurückgegangen. Gründe sind nach Angaben des Bauernverbandes ein hoher Wettbewerbsdruck, zu geringe Preise, hohe gesetzliche Auflagen sowie Nachwuchssorgen in den Betrieben.

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