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Gastgewerbe in Thüringen: Zahl ausländischer Beschäftigter steigt um 63 Prozent

Das Thüringer Gastgewerbe muss nach Ansicht der Bundesagentur für Arbeit neue Wege gehen, um den Bedarf an Fachkräften zu sichern (Symbolbild) / Foto: Carsten Koall/dpa
Das Thüringer Gastgewerbe muss nach Ansicht der Bundesagentur für Arbeit neue Wege gehen, um den Bedarf an Fachkräften zu sichern (Symbolbild) / Foto: Carsten Koall/dpa

Nach Corona füllt das Thüringer Gastgewerbe Lücken: 63% mehr ausländische Beschäftigte, mehr Minijobs; Branche bleibt niedrig bezahlt.

Nachdem viele Beschäftigte in der Corona-Pandemie dem Thüringer Gastgewerbe den Rücken gekehrt haben, hat die Branche die Lücken verstärkt mit ausländischen Mitarbeitern gefüllt. Ihre Zahl sei um 63 Prozent gestiegen, informierte die Regionaldirektion der Bundesagentur für Arbeit. Zugleich arbeiten mehr Beschäftigte in Minijobs. Ihre Zahl stieg demnach von 15.600 im Jahr 2019 auf 17.300 im vergangenen Jahr. Mit einem Medianentgelt von 2.450 brutto im Monat gehöre das Gastgewerbe zu den Branchen mit niedrigerem Einkommen, hieß es.

Den Angaben zufolge wirken die Folgen der Corona-Pandemie nach. Damals war das Gastgewerbe besonders stark von Schließungen betroffen. Viele Beschäftigte wechselten in andere Branchen. Dort würden sie häufig besser bezahlt und hätten familienfreundlichere Arbeitszeiten. Viele Fachkräfte seien deswegen nach der Pandemie nicht in die Branche zurückgekehrt, hieß es.

Regionaldirektion rät zu neuen Wegen in der Fachkräftesicherung

Insgesamt gebe es rund 22.500 sozialversicherungspflichtig Beschäftigte in der Branche. Und vergangenes Jahr seien nur etwa halb so viele freie Stellen gemeldet worden wie 2019. Den Arbeitsmarktexperten zufolge könnte das daran liegen, dass die Betriebe inzwischen mit kleinerem Personalbestand arbeiten, ihre Öffnungszeiten eingeschränkt haben sowie angesichts schwacher Konjunktur und steigender Kosten auf Neueinstellungen verzichten. 

«Um den Fachkräftebedarf zu sichern, wird das Gastgewerbe neue Wege gehen müssen», erklärte der Chef der Regionaldirektion, Markus Behrens. «Dazu gehören Qualifizierungen eigener Beschäftigter, moderne Arbeitszeitmodelle und angepasste Geschäftsmodelle. So kann der Personalbedarf besser gedeckt werden.»

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