Wenn Lilli Langbein nach ihrem Lieblingsfisch gefragt wird, muss die junge Anglerin nicht lange überlegen: «Eindeutig die Schleie. Die Tiere sehen toll und sind nicht ganz so leicht zu fangen – man muss geduldig sein, um da Erfolg zu haben.» Und obwohl das Erfolgserlebnis bei einem Fang natürlich auch wichtig sei, mache für sie das Gesamterlebnis den Reiz des Hobbys aus: Draußen in Ruhe am Wasser zu sein und eine Auszeit zu erleben.
Früher war Angeln eine Männerdomäne
Lilli Langbein ist nicht die einzige Frau, die die frühere Männerdomäne Angeln für sich entdeckt hat. «Immer mehr Mädchen und Frauen finden Interesse am Angeln und sind mitverantwortlich für den stetigen Mitgliederzuwachs unseres Verbandes», erklärt André Pleikies, Geschäftsführer im Landesanglerverband Thüringen.
In den 256 Vereinen, die im Verband organisiert seien, gebe es mittlerweile rund 1.400 Frauen, die aktiv angelten. Angesichts einer Gesamt-Mitgliederzahl von etwa 22.000 scheint das zunächst nicht viel – allerdings müsse man auch die historische Entwicklung betrachten, so Pleikies. «Vor 20 Jahren lag der Frauenanteil noch bei etwa drei Prozent, früher galt das Angeln ausschließlich als Männerdomäne.»