Thüringens Ministerpräsident Mario Voigt hat vor den Gefahren für Kinder in sozialen Medien gewarnt und seine Forderung nach einem Verbot für Jüngere unter 16 bekräftigt. «Es geht um ein Schutzversprechen gegenüber unseren Kindern und Jugendlichen», sagte der CDU-Politiker und zweifache Familienvater in der MDR-Sendung «Fakt ist!». Er regte eine «digitale Polizeistation» in Thüringen an, an die sich beispielsweise junge Mädchen wenden könnten, wenn sie im digitalen Raum nach Nacktbildern gefragt wurden. «Dass wir eben da auch Sicherheitsbehörden, gleichzeitig auch Ärzte, Psychologen haben, die auch diese Betreuung machen», sagte er. Das sei ein Ziel, das die Landesregierung angehe.
Voigt beruft sich auf Erfahrungen in Australien
Beim Umgang mit sozialen Medien mit Blick auf den Kinder- und Jugendschutz nannte Voigt mehrfach den Weg Australiens als Vorbild.
Seit gut einem Monat dürfen Kinder und Jugendliche unter 16 Jahren in Australien keine eigenen Social-Media-Konten mehr haben. Nach Angaben der dortigen Regierung wurden seit Inkrafttreten des entsprechenden Gesetzes am 10. Dezember bereits mehr als 4,7 Millionen Accounts von Kindern und Jugendlichen deaktiviert, gelöscht oder eingeschränkt. Australien hatte als erstes Land der Welt entsprechende Regeln eingeführt und gilt damit als Vorreiter im digitalen Kinderschutz.
Härteres Vorgehen gegen Plattformbetreiber
Ministerpräsident Voigt forderte in der MDR-Sendung ein härteres Vorgehen gegen die Betreiber der Social Media Plattformen. «Diejenigen die am meisten auch monetär davon profitieren, werden am Ende nicht die Wächter dafür sein dürfen, dass wir unsere Kinder und Jugendlichen schützen», sagte Voigt. Es gehe nicht um Zensur, sondern um Kinder- und Jugendschutz. «Mein Eindruck ist: Klare Regeln, eindeutige Strafandrohung auch gegenüber den Social Media Plattformen ist der wirkungsvollste Weg.» Die Erfahrungen in Australien zeigten, dass es wirke.
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