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Thüringen: Weinlese 2026 durchschnittlich – Mengen unter Vorjahr, Qualität gut

Thüringen: Weinlese 2026 durchschnittlich – Mengen unter Vorjahr, Qualität gut
Die Ernte habe dieses Jahr besonders früh gestartet, berichtet Winzer Andreas Clauß. (Symbolbild) / Foto: Jacob Schröter/dpa
Die Thüringer Winzer lesen weniger Wein als im Vorjahr, die Qualität stimmt dennoch. Doch beim Absatz wächst der Druck – woran die Betriebe das besonders merken.

Nicht so üppig wie im Vorjahr, aber gute Qualität: Winzer in Thüringen sind mit der diesjährigen Weinlese zufrieden. «Zum Vorjahr fehlen etwa 15 Prozent, aber wir liegen im langjährigen Durchschnitt», sagt Andreas Clauß vom Thüringer Weingut Bad Sulza. Insgesamt seien auf Thüringens größtem Weingut etwa 200.000 Liter geerntet worden. Damit sei er «durchaus zufrieden».

Auch André Zahn vom Weingut Zahn spricht von einer durchschnittlichen Ernte im langjährigen Mittel. Im Vergleich zum Vorjahr fehlten aber etwa 20 Prozent. Die Qualität der Trauben sei gut. «Wir sind nicht unzufrieden und hatten vorzugsweise gesundes Traubenmaterial.» 

Kleinere Trauben, mehr Aroma

Ähnlich klingt die Bilanz beim Weinbauverband Saale-Unstrut, in dem Weingüter in Thüringen, Sachsen-Anhalt und Brandenburg organisiert sind. «Nach dem mengenmäßig starken Vorjahr bewegen sich die Erträge wieder auf einem durchschnittlichen Niveau», heißt es dort. Der durchschnittliche Ertrag je Hektar liege bei 5.200 Litern. Die Beeren seien vergleichsweise klein geblieben, dafür habe sich aber mehr Aroma in ihnen gebildet. 

Die Ernte habe dieses Jahr besonders früh gestartet, erzählt Clauß. Die Lese sei in der zweiten Oktoberwoche größtenteils beendet gewesen - das sei früher undenkbar gewesen. «Man sieht sehr deutlich die Klimaverschiebung.» Das heiße Sommerwetter habe aber auch zu einer sehr guten Reife geführt. 

Absatzprobleme in der Region 

Sorgen bereitet den Winzern aber der Absatz. «Wir merken, dass die Leute noch dezenter Geld ausgeben als in der Vergangenheit», sagt etwa Zahn. Das bestätigt auch Clauß. Der Absatz stehe insgesamt unter Druck. Gründe seien allgemeine Kaufzurückhaltung oder der Trend hin zu weniger Alkoholkonsum. 

Als regionale Hersteller bemerke er aber auch, dass in der Gastronomie Öffnungszeiten verkürzt werden oder Hotels teilweise schließen. Früher habe er gut in die Gastronomie verkauft, das werde immer weniger. «Der Regionalitätsgedanke, von dem wir in den letzten zehn Jahren profitiert haben, lässt zu wünschen übrig.» Viele Gastronomen kauften lieber billig als regional. An den Export, wie andere Winzer in der Saale-Unstrut-Region, denke er nicht: «Wenn wir es nicht schaffen, den Thüringer Wein in der Region zu verkaufen, dann hilft uns der Export auch nicht weiter.»

Manche hoffen noch auf Eiswein

Von den eigentlich 50 Hektar vom Weingut Bad Sulza seien dieses Jahr etwa vier bis fünf Hektar nicht bewirtschaftet worden. «Man muss nicht auf Teufel komm raus produzieren, wenn man ohnehin weiß, dass der Absatz schwieriger ist», so Clauß. Auch Eiswein wie im vergangenen Jahr plane er nicht. Diese hohen Qualitäten ließen sich nicht gut verkaufen. 

Andernorts im Saale-Unstrut-Gebiet hoffen die Winzer dagegen noch auf Eiswein, so der Verband. Das hänge aber von den Temperaturen ab: Dafür müssten die Trauben bei minus sieben Grad Celsius gefroren sein.

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