Das von der Ampel-Koalition geplante Ende der Staatsleistungen an die Kirchen stößt bei der Thüringer Linke auf heftige Kritik. Es brauche gesellschaftlichen Zusammenhalt und die Religionsgemeinschaften seien ein wichtiger Partner, sagte Landes-Co-Chefin Ulrike Grosse-Röthig. «Da ist es einfach Unsinn, jetzt so ein Thema auf die Tagesordnung zu setzen, das spaltet und nicht vereint.» Die Länder seien sich da weitgehend einig. In Thüringen bilden Linke mit SPD und Grünen eine Minderheitskoalition.
Es sei jetzt nicht an der Zeit, über die Ablösung der Staatsleistungen zu diskutieren oder eine Entscheidung übers Knie zu brechen, sagte Grosse-Röthig weiter. Die Ampel habe viele andere dringende Aufgaben, von der Kindergrundsicherung bis zum Digitalpakt Schule.
Thüringens CDU-Chef Mario Voigt äußerte sich ebenfalls ablehnend: «Es wäre ein folgenschwerer Eingriff in das Fundament unserer Gesellschaft mit weitreichenden negative Konsequenzen für das Gemeinwohl.» Die Beendigung der Staatsleistungen würde das fragile Gleichgewicht zwischen Kirche und Staat gefährden und kirchliche Institutionen schwächen.