Thüringer Politiker lassen sich von Künstlicher Intelligenz bei ihrer Arbeit helfen. Der Einsatz generativer KI ist im Politikbetrieb in Erfurt verbreitet, aber unterschiedlich: Vom Redenschreiben über die Auswertung komplexer Texte bis hin zum Vorformulieren von Kleinen Anfragen reicht die Bandbreite. Teils steigern Abgeordnete nach eigenen Angaben ihre Produktivität, was Strukturen im Regierungsapparat zu verstopfen droht. Sollte KI also auch Einzug in die Verwaltung halten? Teils ist das schon Realität. Doch welche Folgen hat es, wenn Fragen an die Regierung von Maschinen kommen - und Maschinen im Namen der Regierung antworten?
Mehr Produktivität birgt Herausforderungen
Nach Einschätzung des Politikwissenschaftlers Thorsten Thiel erhöht der Einsatz von KI die Produktivität, weil Aufgaben, für die vorher Hilfskräfte gebraucht wurden, nun auch teilweise von KI erledigt werden können. «Und genau diese Produktivitätserhöhung, dass die das System herausfordert - ich glaube, das hat Politik tatsächlich auch für den eigenen Bereich noch viel zu wenig auf dem Schirm», sagt Thiel, der Inhaber der Professur für Demokratieförderung und Digitalpolitik an der Universität Erfurt ist.
Für Aufsehen sorgte Mühlmanns Methode im Zuge einer Debatte über AfD-Anfragen zu Militärtransporten und kritischer Infrastruktur in Thüringen. Innenminister Georg Maier (SPD) hatte im «Handelsblatt» von «steigender Intensität und Detailtiefe» der AfD-Anfragen gesprochen. «Es drängt sich geradezu der Eindruck auf, dass die AfD mit ihren Anfragen eine Auftragsliste des Kremls abarbeitet», hatte Maier gesagt. Mühlmann stritt das ab, räumte aber ein, dass er sich bei der Erstellung der Kleinen Anfragen von KI helfen lässt.