Noch nie haben in Thüringen so wenige Menschen gearbeitet wie im vergangenen Jahr. Die Zahl der Erwerbstätigen nahm 2025 im Vergleich zu 2024 um 1,1 Prozent weiter ab, wie das Statistische Landesamt mitteilte. Damit hatten im Schnitt rund 1,004 Millionen Menschen im Freistaat einen Arbeitsplatz - die niedrigste Zahl seit Beginn der Berechnungen im Jahr 1991. Der bisherige Tiefststand war 2005 mit rund 1,009 Millionen Erwerbstätigen verzeichnet worden.
Deutschlandweit blieb die Zahl der Erwerbstätigen im vergangenen Jahr dagegen nahezu unverändert. In Thüringen zeigte sich im Jahresverlauf hingegen in allen Quartalen ein Rückgang im Vergleich zum jeweiligen Vorjahreszeitraum.
Hauptgrund für den Abwärtstrend waren den Angaben nach Arbeitsplatzverluste in der Industrie sowie bei den Finanz-, Versicherungs- und Unternehmensdienstleistungen - einschließlich Grundstücks- und Wohnungswesen. Im verarbeitenden Gewerbe sank die Zahl der Erwerbstätigen um 6.300 Arbeitnehmer (minus 3,1 Prozent), in den genannten Dienstleistungsbereichen um 5.400 Beschäftigte (minus 3,8 Prozent).
Schwache Konjunktur und demografische Entwicklung
Auch im Baugewerbe, im Handel oder im Gastgewerbe seien Jobs weggefallen. Zudem gab es deutlich weniger Selbstständige. Mehr Erwerbstätige gab es hingegen etwa im Gesundheitswesen.
Die schwache Konjunktur in Thüringen belastet insbesondere die Industrie. Auch der Arbeitsmarkt entwickelte sich zuletzt verhalten. Der Rückgang hängt gleichfalls mit der demografischen Entwicklung zusammen: Die Thüringer werden weniger und älter. Hinzu kommt, dass viele Arbeitnehmer aus der sogenannten Baby-Boomer-Generation ins Rentenalter kommen.
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