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Thüringen stellt datenschutzkonformen KI-Chatbot «telli» für Schulen bereit

Zugang zum KI-Chatbot «telli» sollen Schülerinnen und Schüler nur über ihre Lehrer erhalten. (Symbolbild) / Foto: Carmen Jaspersen/dpa
Zugang zum KI-Chatbot «telli» sollen Schülerinnen und Schüler nur über ihre Lehrer erhalten. (Symbolbild) / Foto: Carmen Jaspersen/dpa

Thüringer Lehrkräfte können den datenschutzkonformen KI-Chatbot «telli» kostenlos im Schulportal nutzen; Zugang erfolgt über Lehrkräfte, Betrieb kostet rund 500.000 Euro jährlich.

Thüringens Lehrerinnen und Lehrer können nun ein spezielles Werkzeug der Künstlichen Intelligenz (KI) kostenfrei für ihren Unterricht nutzen. Der KI-Chatbot «telli» ist ab sofort im Schulportal zugänglich. Für Bildungsminister Christian Tischner (CDU) gleicht die Einführung des KI-Assistenten einer Revolution. Es sei ein «historischer Schritt», dass fortan ein datenschutzkonformer Chatbot für die Schulen im Land zur Verfügung stehe, sagte Tischner in Erfurt.

Der Schritt sei vergleichbar mit der Einführung von Schreibheften an Schulen, nachdem junge Menschen zuvor auf Schiefertafeln das Schreiben gelernt hätten. Trotzdem bedeute die Einführung von «telli» nicht, dass nun nur noch digital und mit digitalen Medien unterrichtet werden solle. «"Telli" ist letztlich ein Lernmedium», sagte Tischner. Der Chatbot sei so etwas wie ein Tafelwerk, das zum Lernen genutzt werden könne.

Chatten mit anno dazumal

Bei «telli» handelt es sich um einen KI-Chatbot, der in Zusammenarbeit aller Bundesländer entwickelt worden ist. Er greift nach Ministeriumsangaben auf bekannte Modelle von Künstlicher Intelligenz wie ChatGPT oder Gemini zurück. Gleichzeitig beschränke der Assistent aber, was ausgegeben werde. Wenn Schüler dem Chatbot eine Frage stellten, beantwortet «telli» diese deshalb oft nicht sofort, sondern gebe den Schülern zum Beispiele Hinweise dazu, wie sie die Fragestellung selbst beantworten könnten. 

So sollen Schüler unter anderem auch mit der Simulation von historischen Persönlichkeiten chatten können, um Dinge über Geschichte zu lernen. Die Daten, die bei «telli» eingegeben werden, bleiben auf Servern in der Europäischen Union.

Zugang nur über die Lehrer

Tischner sagt, «telli» werde sowohl den staatlichen als auch den freien Schulen zur Verfügung gestellt. Der Zugang zu diesem Chatbot wird über die Lehrer organisiert, die Schüler selbst erhalten keinen direkten Zugang. Lehrer lassen die Schüler dann in eigene vordefinierte Lernumgebungen ein.

Nach Angaben des Thüringer Instituts für Lehrerfortbildung, Lehrplanentwicklung und Medien sind zudem Sicherheitsvorkehrungen getroffen worden, um einen möglichen Missbrauch der Technologie zu vermeiden. So könnten bei «telli» etwa keine Bilder hochgeladen und dann verändert werden.

Zudem werde im Betrieb von «telli» immer wieder darauf hingewiesen, dass KI auch falsche Antworten geben könne. Über solche Fehler dann im Unterricht zu sprechen, könne eine Möglichkeit sein, das Funktionieren von KI-Assistenten und die damit verbundenen Risiken grundsätzlich zu thematisieren, sagte ein Mitarbeiter des Instituts.

Kosten von einer halben Million Euro pro Jahr

Der Freistaat rechnet durch die Einführung und den Betrieb von «telli» mit Kosten von etwa einer halben Million Euro pro Jahr. Tischner sagte, die Erfahrungen aus anderen Bundesländern zeigten, das dieses Budget ausreichend sei. Es sei ohnehin nicht geplant, dass Lehrer ihren Unterricht demnächst ausschließlich auf «telli» gestützt geben würden.

In mehreren anderen Bundesländern wird «telli» bereits genutzt, darunter etwa in Bremen, Brandenburg, Niedersachsen, Bayern und im Saarland.

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