Thüringens Bildungsministerium will genauer wissen, wie die Schulen im Land das Handyverbot umsetzen. Man werde noch im April einen Fragebogen an die Schulen schicken, sagte ein Ministeriumssprecher in Erfurt. Damit soll klarer werden, wie die Schulen das Verbot konkret umsetzen und wo sich Probleme ergeben.
Geräte können weggenommen werden
An Thüringer Schulen gelten schon seit 1. August 2024 Einschränkungen der Handynutzung. So sei die Nutzung privater Endgeräte an für Schülerinnen und Schüler nur zulässig, soweit die Schule oder das pädagogische Personal dies ausdrücklich gestattet, erläuterte der Sprecher. Die Regelung gilt schulartübergreifend für alle allgemeinbildenden und berufsbildenden Schulen in Thüringen.
Bei unzulässiger Verwendung kann das Gerät der Schülerin oder des Schülers auch vorübergehend einbehalten werden. Stört die Nutzung den Unterricht oder die Ordnung der Schule, können Geräte auch weggenommen und sichergestellt werden, heißt es. Über den Zeitpunkt der Rückgabe entscheide die Schulleitung unter Beachtung des Verhältnismäßigkeitsgrundsatzes.
Schulen an Regelung erinnert
Bildungsminister Christian Tischner (CDU) hatte die Schulen im August 2025 in einem Brief an die Regeln erinnert und zugleich die Direktive ausgegeben, dass Grund-, Gemeinschafts- und Förderschulen mit Primarstufe die Regeln in der Hausordnung der Schule verankern sollen.
Am Donnerstag war bekanntgeworden, dass ein Streit an einer Regelschule in Kranichfeld (Weimarer Land) zwischen Lehrern und Schülern über die Durchsetzung eines Handyverbots eskaliert war. Nach Angaben der Polizei vom Donnerstag lagen vier polizeiliche Ermittlungsverfahren vor - Eltern hatten Anzeige erstattet. Details nannte die Polizei zunächst nicht und verwies darauf, dass die Ermittlungen gebündelt der Staatsanwaltschaft zur Entscheidung über das weitere Vorgehen vorgelegt werden sollen.
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