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Thüringer Elternvertreter kritisieren mögliche Orientierung am kanadischen Modell zur Erfassung von Schülerdaten

Thüringens Bildungsminister Christian Tischner (CDU) hat sich über datengestützte Schulentwicklung informiert. (Archivbild) / Foto: Martin Schutt/dpa
Thüringens Bildungsminister Christian Tischner (CDU) hat sich über datengestützte Schulentwicklung informiert. (Archivbild) / Foto: Martin Schutt/dpa

Thüringer Elternvertreter warnen vor datengestützter, flächendeckender Erfassung von Schülerleistungen nach kanadischem Vorbild und fordern Verzicht.

Thüringer Elternvertreter sehen eine mögliche Orientierung am kanadischen Modell im Umgang mit Schülerdaten kritisch. «Was als Instrument zur Verbesserung von Bildung dargestellt wird, birgt erhebliche Risiken für Kinder und Jugendliche», teilte die Landeselternvertretung in Erfurt mit. Wenn Kinder dauerhaft bewertet und verglichen würden, verstärke dies den Leistungsdruck im Schulalltag und setze Schülerinnen und Schüler unter Stress, so die Sorge der Elternvertreter. «Eine systematische Erfassung von Leistungsdaten über die gesamte Schullaufbahn hinweg führt in der Konsequenz zum „gläsernen Schüler“.» Die Landeselternvertretung forderte, «auf eine flächendeckende Datenspeicherung zu verzichten».

Bildungserfolg stärker von Herkunft entkoppeln

Hintergrund der Debatte ist eine Reise von Thüringens Bildungsminister Christian Tischner nach Kanada in der vergangenen Woche, wo er sich Anregungen zu datengestützter Schulentwicklung holen wollte. Der CDU-Politiker hatte vor Beginn seiner Reise signalisiert, dass er sich auch in Thüringen vorstellen kann, dass mit Hilfe von Daten - vom Kindergarten bis zum Schulabschluss - individuelle Lernangebote entwickelt werden könnten, um die Bildungsqualität zu verbessern. 

Tischner führte unter anderem an, dass in Deutschland der Bildungserfolg noch stark von der Herkunft abhängig ist, also ob ein Kind beispielsweise Akademiker als Eltern hat oder aus einem eher bildungsfernen Haushalt kommt. Seiner Einschätzung nach könne das kanadische Modell hier helfen.

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