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So günstig ist Camping in Thüringen

Schon jetzt sind vielerorts die Plätze gut gefüllt.  / Foto: Bodo Schackow/dpa
Schon jetzt sind vielerorts die Plätze gut gefüllt. / Foto: Bodo Schackow/dpa

Fast 100 Campingplätze in Thüringen, im Schnitt 34 Euro/Nacht; an Feiertagswochenenden oft ausgebucht, Übernachtungen steigen auf rund 830.000.

Das Osterwochenende hat es vorgemacht: strahlender Sonnenschein, ausgebuchte Campingplätze im Freistaat. Damit ist die Saison für Zelt-, Wohnmobil- oder Caravan-Liebhaber so richtig ins Rollen gekommen. Doch was gilt es für den Campingtrip in Thüringen eigentlich zu beachten?

Wo kann man in Thüringen überall campen?

Insgesamt gibt es laut Wirtschaftsministerium knapp 100 Campingplätze im Freistaat. Dazu kommen Wohnmobilstellplätze oder kleinere Übernachtungsmöglichkeiten. Damit sind so gut wie alle touristischen Regionen erschlossen: Für Wasserratten bieten unter anderem Plätze rund um die Bleichlochtalsperre oder den Stausee Hohenfelden beste Bedingungen. Wanderer und Naturliebhaber kommen im Thüringer Wald oder im Hainich auf ihre Kosten. Und für Stadt- und Kulturinteressierte gibt es stadtnahe Plätze bei Erfurt oder der Wartburg-Stadt Eisenach.

Wo bekommt man noch spontan Plätze? 

Das kommt darauf an. Auf dem nach eigenen Angaben größten Campingplatz Thüringens am Stausee Hohenfelden etwa sind die langen Wochenenden rund um den Ersten Mai, Christi Himmelfahrt oder Pfingsten bereits ausgebucht, sagt Rezeptionsleiterin Jana Müller. Ansonsten sei in den Ferienzeiten aber in der Regel immer noch eine Lücke für Kurzentschlossene.

Auf dem Campingplatz am Tor zum Hainich hingegen gibt es noch für alle Wochenenden Übernachtungsmöglichkeiten. «Ich habe noch nie jemanden weggeschickt», sagt ein Mitarbeiter. Allerdings sei schon davon auszugehen, dass es rund um Pfingsten oder Himmelfahrt voll werde.

Wie haben sich die Preise entwickelt?

Camping gilt als preiswerte Urlaubsart - wer aber zuletzt in Kroatien oder Italien übernachtet hat, zweifelt an diesem Status. Dort werden laut ADAC in der Hochsaison im Schnitt über 60 Euro, teils über 70 Euro pro Nacht für eine kleine Familie mit einem Kind aufgerufen.

In Thüringen jedoch kommen Sparfüchse weiterhin auf ihre Kosten: Hier kommt man in der Hochsaison mit durchschnittlich 34 Euro weg. Damit sei der Freistaat auch im deutschlandweiten Vergleich das günstigste Camping-Bundesland. Die Preise seien im Vergleich zum Vorjahr um durchschnittlich sieben Prozent gestiegen. Der ADAC hat aber nur 15 der rund 100 Plätze in Thüringen in seiner jährlichen Analyse berücksichtigt.

Wo ist es besonders günstig - und wie kann man sparen? 

Ein Blick auf die Preistabellen für die aktuelle Saison bestätigt die Richtung der ADAC-Zahlen, zeigt aber auch Ausreißer nach oben. So kostet etwa die Nacht für zwei Erwachsene und einem Kind mit Wohnmobil in der Hochsaison am Campingplatz Tor zum Hainich oder am Camping Georgenthal im Thüringer Wald 33 Euro. Am Camping Saalburg Kloster an der Bleilochtalsperre sind es 34 Euro, beim Camping Paulfeld im Thüringer Wald 34,50 Euro.

Rund um Erfurt lässt sich ebenfalls für unter 40 Euro nächtigen - etwa auf dem Campingpark Erfurt oder dem Camping Thürkies am Alperstädter See. Etwas teurer wird es hingegen beim Camping Drei Gleichen (42 Euro) am Lütsche Stausee in Oberhof (44 Euro) oder beim Campingplatz Stausee Hohenfelden (48,50 Euro).

Der ADAC rät, besonders in der Hauptreisezeit früh zu buchen. Wer könne, solle außerhalb der Ferienzeiten verreisen, da die Preise dort manchmal deutlich niedriger sind. In Thüringen haben aber nicht alle Campingplätze saisonale Preise - manche rufen auch einen saisonunabhängigen Tarif auf.

Welche Rolle spielt das Wetter und die Ausstattung? 

Thüringen ist eher ein Campingziel für Kurztrips - durchschnittlich bleiben Gäste laut Wirtschaftsministerium 2,7 Nächte und damit etwas kürzer als noch vor Corona. Und so ein Kurztrip ist schnell abgesagt, wie Campingplatzbetreiber berichten. «Das Wetter spielt viel mit», sagt Jana Müller. Sei etwa Sturm angesagt, stornierten viele Leute - einige trotzten aber auch dem Wetter. Sei es schön angesagt, sei der Ansturm riesig. «Da könnten wir noch 100 Plätze mehr haben.»

Auch die Ausstattung spiele für viele Gäste eine große Rolle, erzählt der Mitarbeiter vom Campingplatz am Tor zum Hainich. Besonders im Fokus: die Sanitärgebäude. «Wenn das ordentlich ist, dann bleiben auch viele.»

Wie haben sich die Übernachtungszahlen entwickelt? 

In den Jahren nach der Corona-Pandemie hat sich ein kleiner Camping-Boom in Thüringen entwickelt. Wurden im Jahr 2019 noch rund 700.000 Übernachtungen gezählt, waren es im vergangenen Jahr rund 830.000 - im Jahr 2024 sogar noch etwas mehr. Jährlich empfangen die Thüringer Campingplätze laut Wirtschaftsministerium inzwischen über 300.000 Gäste. Dazu komme, dass etwa Wohnmobilstellplätze statistisch noch gar nicht erfasst seien, die Bedeutung von Camping also noch höher ausfallen dürfte.

Welche Rolle spielt der Campingtourismus in Thüringen? 

Wirtschaftsministerin Colette Boos-John (CDU) sieht Wachstumspotenzial für Camping und einen anhaltenden Trend zu flexiblen und naturnahen Reiseformen. «Mit guten Angeboten für Camping und Caravaning können wir davon profitieren.» Thüringen liege zentral und habe ein flächendeckendes Angebot an Plätzen. Und gerade mit Blick auf die Spritpreise hofft so mancher Campingplatzbetreiber in diesem Sommer noch einmal auf besonders viel heimisches Publikum.

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