Stromausfall bei Höcke-Auftritt – Polizei tappt im Dunkeln
Nach den Protesten gegen den Auftritt des Thüringer AfD-Chefs Björn Höcke in Jena prüft die Polizei weitere Straftaten. Es werde Foto- und Videomaterial ausgewertet, bisher seien aber noch keine weiteren Taten bekanntgeworden, teilte eine Polizeisprecherin mit. Auch wie genau es zu dem Stromausfall in dem Veranstaltungssaal kam, sei noch Gegenstand der Ermittlungen. Der Auftritt von Höcke bei einem Bürgerdialog am Dienstagabend hatte im Halbdunkeln und ohne Mikro stattgefunden. Insgesamt sei in dem Gebäude für dreieinhalb Stunden der Strom ausgefallen, teilte die Polizei weiter mit. Im Gebäude selbst habe es keine Notstromversorgung gegeben. Insgesamt waren laut Veranstaltern rund 4.000 Menschen auf die Straße gegangen, die Polizei sprach von 3.000. Mehrere Straßensitzblockaden seien mit Gewalt aufgelöst worden. Vereinzelt wurde demnach auch Pfefferspray eingesetzt. Bei der Protestaktion seien vier Beamte verletzt worden, hieß es weiter von der Polizei. Über möglicherweise verletzte Demonstranten gebe es keine Erkenntnisse. Sieben Straftaten wurden demnach aufgenommen, unter anderem wegen Sabotage der Stromverteilung am Veranstaltungsort. Das Bündnis «Rechtsruck stoppen» teilte mit, die Polizei habe Höcke «unter Einsatz von massiver Gewalt gegen Protestierende» den Zugang zum Stadtteilzentrum verschafft. Teilnehmende berichteten demnach von einem «unverhältnismäßigen Einsatz von Pfefferspray, Schlagstöcken und Tritten gegen Protestierende». Copyright 2026, dpa (www.dpa.de). Alle Rechte vorbehaltenKeine Erkenntnisse über verletzte Demonstranten