loading

Nachrichten werden geladen...

Veröffentlicht mit CMS publizer®

Angeklagter gesteht Angriff auf Flüchtlingsheim in Gehren

In der heutigen Verhandlung hat der Hauptangeklagte seine Beteiligung an der Tat eingeräumt. / Foto: Sebastian Haak/dpa-Zentralbild/dpa
In der heutigen Verhandlung hat der Hauptangeklagte seine Beteiligung an der Tat eingeräumt. / Foto: Sebastian Haak/dpa-Zentralbild/dpa

Vor dem Landgericht Erfurt müssen sich junge Männer verantworten, die im Verdacht stehen, ein Flüchtlingsheim angegriffen zu haben. Der Hauptangeklagte gesteht, bestreitet aber ein bestimmtes Motiv.

Im Prozess wegen des Angriffs auf ein Flüchtlingsheim in Gehren hat der Hauptangeklagte die Vorwürfe im Wesentlichen eingeräumt. «Wir dachten, das ist ein Flur, dann hat jemand einen Stein rein geworfen, dann habe ich die Feuerwerksbatterie rein geworfen, ohne Absicht jemanden zu schädigen», sagte der Mann am zweiten Verhandlungstag vor dem Landgericht Erfurt. 

Er habe nicht gedacht, dass in einem Haus etwas brennen könne, wenn dort eine Feuerwerksbatterie detoniere. Die Namen der anderen Männer, die an der Tat noch beteiligt sein sollen, nannte er nicht. Seine Absicht sei gewesen, Menschen «zu erschrecken».

Angeklagter will nicht aus rechtsextremen Motiv gehandelt haben

In seiner Einlassung bestritt der Mann, aus einem rechtsextremen Motiv gehandelt zu haben – eine Angabe, die ihm der Vorsitzende Richter der zuständigen Kammer, Holger Pröbstel, nicht glaubte. Bei Durchsuchungen bei ihm seien Dinge gefunden worden, die andere Rückschlüsse zuließen, sagte Pröbstel. Das werde in dem Verfahren noch thematisiert werden.

In dem Verfahren sind sechs Männer angeklagt. Die Staatsanwaltschaft Erfurt wirft ihnen vor, Ende September 2025 die Fensterscheibe einer Flüchtlingsunterkunft im Ilmenauer Ortssteil Gehren eingeschlagen und Feuerwerk ins Haus geworfen zu haben.

In dem Zimmer, in das sie die 19-schüssige Feuerwerksbatterie geworfen haben sollen, hielt sich damals eine dreiköpfige Familie aus Mazedonien auf. Drei der Männer sind deswegen wegen versuchten Mordes angeklagt worden, drei von ihnen wegen Beihilfe zum versuchten Mord.

Copyright 2026, dpa (www.dpa.de). Alle Rechte vorbehalten